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Ölbohrungen: Triumph für Bush, Fiasko für die Natur

Punktsieg für die Energiepolitik von US-Präsident George W. Bush: Nach zwölfstündiger Debatte hat das Repräsentantenhaus das Bohren nach Erdöl und Erdgas in der Arktis genehmigt. Umweltschützer sind empört.

Das US-Repräsentantenhaus hat am späten Mittwochabend (Ortszeit) nach zwölfstündiger Debatte das Bohren nach Erdöl und Erdgas in einem arktischen Naturschutzgebiet in Alaska genehmigt. Die Abstimmung bedeutet einen wichtigen Sieg für die Energiepolitik von US-Präsident George W. Bush. Das Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge liegt in einer Küstenebene und ist Lebensraum für Wandervögel, Karibus und andere Tiere.

Abgelehnt wurden Forderungen, besonders viel Sprit schluckende Sportwagen, Minivans und Kleinlastwagen sparsamer zu machen. Die Energieindustrie dagegen erhält in dem 510 Seiten starken Gesetzespaket Steuererleichterungen in einer Höhe von 335 Milliarden Dollar verteilt über zehn Jahre.

Das Gesetzespaket, das mit 240 zu 189 Stimmen angenommen wurde, muss allerdings noch den Senat passieren, in dem Bushs Republikaner keine Mehrheit haben. Die zweite Kongresskammer wird sich voraussichtlich im September mit der Energiepolitik befassen. Versuche, das besonders umstrittene Ölbohrprojekt in der Arktis von dem Gesetzespaket zu trennen, wies die Mehrheit des Repräsentantenhauses mit 223 zu 206 Stimmen zurück.

Das US-Repräsentantenhaus hat grünes Licht für die Förderung von Ölbohrungen in einem Naturpark in Alaska gegeben. Die Abgeordneten billigten mit deutlicher Mehrheit einen entsprechenden Gesetzentwurf von Präsident George W. Bush. Der Plan ist bei Umweltschützern äußerst umstritten, er sieht vor, sowohl Gas als auch Öl und Kohle stärker zu nutzen. Das Gesetz muss noch vom Senat gebilligt werden.

Warnungen von Umweltschützern

»Vielleicht mögen sie keine Ölfirmen zu Hause, aber das ist viel besser, als von Saddam Hussein beliefert zu werden«, sagte der Republikaner Billy Tauzin. Umweltschützer aber warnen, der neue Kurs könne das 1950 geschaffene Naturschutzgebiet Alaska zerstören, eine der letzten großen Wildnisse und Lebensraum unzähliger Wildtiere. Dabei würden Quellen aus dieser Region nur vergleichsweise wenig Öl ergeben und nur Interessen einer Minderheit bedienen.

Das von Vizepräsident Dick Cheney ausgearbeitete Fünf-Punkte-Paket sieht zudem vor, in den kommenden zwanzig Jahren bis zu 1900 neue Kraftwerke zu bauen, darunter auch neue Atomkraftwerke.