Pakistan-Afghanistan Am Hindukusch bebte die Erde


Ein Erdbeben der Stärke 6,7 hat wenige Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan die Region am Hindukusch erschüttert. Ob es Opfer in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion gab, ist zunächst unklar.

Ein Erdbeben der Stärke 6,7 hat in der Nacht zum Dienstag die afghanisch-pakistanische Grenzregion erschüttert. Laut US-Geologen lag das Zentrum etwa 100 Kilometer südöstlich der afghanischen Stadt Feisabad, in der auch Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Zunächst war unklar, ob es Opfer gab und wie groß das Ausmaß der Schäden war. Auch in Kabul und in Islamabad waren starke Erschütterungen zu spüren.

Erde bebte zwei Minuten lang

Der Gouverneur der Provinz Badachschan, Abdul Madschid, sagte der Nachrichtenagentur AP, der Boden habe etwa zwei Minuten lang gebebt. Über mögliche Schäden habe er bislang keine Informationen. Allerdings ist die Kommunikation gerade in die abgelegenen Gegenden der Region schwierig.

Das verheerende Erdbeben in der pakistanisch-indischen Grenzregion Kaschmir vom 8. Oktober hatte eine Stärke von 7,6. Viele Menschen in der Kaschmir-Region flohen aus ihren Häusern und Notunterkünften, weil sie eine neue Katastrophe befürchteten. Sie harrten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt im Freien aus. Wie die Behörden mitteilten, gab es im Süden Kaschmirs neue Risse an mehreren Häusern.

Erdbebenexperten erklärten, dass es sich diesmal nicht um eines der vielen hundert Nachbeben nach der Katastrophe vom 8. Oktober gehandelt habe. Damals waren mindestens 87.000 ums Leben gekommen. Die jetzt betroffene Region ist etwa 200 Kilometer von dem damaligen Erdbebenzentrum entfernt. Aus der Nähe der stark zerstörten Stadt Bagh im pakistanischen Teil Kaschmirs wurde nach dem Beben erneut einen Erdrutsch gemeldet.

Keine Schäden in Bundeswehr-Lagern

Auch die in Afghanistan stationierten Soldaten der Bundeswehr in der Hauptstadt Kabul und Faizabad spürten die Erdstöße. Nach Angaben eines Sprechers entstanden jedoch keine Schäden in den Lagern. Faizabad liegt rund 100 Kilometer nördlich vom Epizentrum des Bebens. In Afghanistan sind rund 2400 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Auch die Besatzungen der vier Bundeswehrhubschrauber in der 350 Kilometer entfernten pakistanischen Hauptstadt Islamabad bemerkten die Erdstöße.

Auch in Japan und Neuseeland bebte die Erde in der Nacht - mit einer Stärke von 5,6 beziehungsweise rund 5,0 allerdings deutlich schwächer als in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion. Verletzte oder größere Schäden wurden nicht gemeldet.

AP AP

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