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Pakistan: Attentäter erschießen saudischen Diplomaten

In der pakistanischen Wirtschaftsmetropole Karatschi ist ein saudi-arabischer Diplomat erschossen worden. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Attentat. Es war das zweite auf das Konsulat innerhalb von wenigen Tagen.

Unbekannte haben am Montag in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karatschi einen Diplomaten aus Saudi-Arabien erschossen. Der Sicherheitsbeauftragte des Generalkonsulats in Karatschi, Hassan al Kahkani, sei auf dem Weg zur Arbeit angegriffen worden, sagte der örtliche Polizeichef Saud Ahmad Mirza. Die saudi-arabische Botschaft in Islamabad teilte mit, bei dem Opfer habe es sich um einen Diplomaten gehandelt.

Die vier Täter seien auf Motorrädern unterwegs gewesen als sie das Feuer auf den Wagen des Diplomaten eröffneten, teilte die Polizei mit. Der Mann habe das Auto selbst gesteuert und sei vermutlich auf dem Weg zur Arbeit im Konsulat gewesen. Die saudiarabische Botschaft verurteilte den Anschlag. Jemand, der eine solche Tat verübe, könne kein Muslim sein, erklärte Botschafter Abdul Asis al-Ghadir.

Der Botschafter deutete gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters an, dass "Terroristen" den Anschlag verübt hätten. Dazu zählen militante islamische Gruppen wie die Al-Kaida, die Saudi-Arabien bekämpft und Rache für die Tötung ihres Chefs Osama bin Laden geschworen hat. Der vor zwei Wochen von US-Soldaten erschossene Bin Laden stammte aus Saudi-Arabien. Vor einigen Tagen hatten Unbekannte zwei Handgranaten auf das saudiarabische Konsulat in Karatschi geworfen. Verletzt wurde niemand.

Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu dem Attentat. "Wir übernehmen die Verantwortung", sagte ein Sprecher per Telefon von einem unbekannten Ort. "Solange wie Amerika Al-Kaida verfolgt und Drohnen einsetzt, werden wir solche Attentate ausüben."

Kreisen zufolge erhöhte Saudi-Arabien nach dem Anschlag die Sicherheitsvorkehrungen für seine Diplomaten. Begonnen werde in Pakistan, sagte ein Regierungsvertreter. "Sollte die Sicherheit auch in andern Ländern benötigt werden, werden wir nicht zögern." Saudi-Arabien ist der weltgrößte Öl-Exporteur. Jede Bedrohung seiner Sicherheit könnte den Ölpreis bewegen. Eine Reaktion auf das Attentat blieb am Montag jedoch aus. Der Markt hatte vielmehr die europäische Schuldenkrise im Blick.

liri/DPA/Reuters / DPA / Reuters