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Aufgedeckte Briefkastenfirmen: Die wichtigsten Fakten zur "Panama Papers"-Recherche

Die Enthüllung Hunderttausender Briefkastenfirmen hat weltweit ein riesiges Medienecho ausgelöst. Doch wie kamen die Journalisten an die Daten, was umfassen diese und wer gehört zu den Profiteuren? Die wichtigsten Fakten im Überblick. 

Briefkastenfirma: Ein Ausschnitt der Homepage der Kanzlei Mossack Fonseca

Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama bietet die Gründung und Verwaltung von Offshorefirmen

Spitzenpolitiker, Sportstars und Kriminelle sind nach Recherchen der "Süddeutsche Zeitung" und anderer Medien in Geschäfte mit Briefkastenfirmen in mehreren Steueroasen verwickelt. Ein enormes Datenleck habe die Geschäfte Hunderttausender Briefkastenfirmen offengelegt, berichteten die Zeitung sowie die Tagesschau. NDR und WDR sind in einem Rechercheverbund mit der "Süddeutschen". Weltweit veröffentlichten zeitgleich viele Medien, darunter zum Beispiel die französische Tageszeitung "Le Monde", die Informationen. Der Enthüller des NSA-Skandals, Edward Snowden, sprach auf Twitter vom "größten Leck in der Geschichte des Daten-Journalismus".


Mega-Datenleak: Die wichtigsten Fakten zu den Panama Papers


Ein Überblick zu den wichtigsten Fakten der Recherche

  • Die "Panama Papers"-Recherchen basieren nach Angaben der beteiligten Medien auf einem Datenleck bei der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Diese bietet die Gründung und Verwaltung von Offshorefirmen an. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen mehr als 500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Die Kanzlei ist in Belize, den Niederlanden, Costa Rica, Großbritannien, Malta, Hong Kong, Zypern, den Britischen Jungfern-Inseln, Bahamas, Panama, Anguilla, Seychellen, Samoa und den US-Bundesstaaten Nevada und Wyoming tätig.
  • Das Leck soll E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente zu rund 214.000 Gesellschaften umfassen, vor allem in Panama und den Britischen Jungferninseln.
  • Zu den Profiteuren der Offshore-Dienste sollen unter anderem zwölf Staatsoberhäupter und 128 weitere Politiker gehören.
  • Zu den Profiteuren sollen internationale Finanzinstitute, darunter den Angaben zufolge auch 15 deutsche Banken oder ihre Töchter gehören.
  • Der Datensatz wurde der "Süddeutschen Zeitung" von einer anonymen Quelle zugespielt. 
  • Die "Süddeutsche Zeitung" teilte die Daten demnach mit dem Internationalen Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ) und Partnern auf der ganzen Welt, darunter NDR und WDR. Das ICIJ wurde 1997 als Projekt des "Center for Public Integrity" (CPI) gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die sich der Aufgabe verschrieben hat, "Machtmissbrauch, Korruption und Pflichtverletzung durch mächtige öffentliche und private Institutionen aufzudecken".
  • Etwa 370 Journalisten aus 78 Ländern haben im Zuge der Recherchen rund 11,5 Millionen Dateien ausgewertet. Es handle sich um "ein gigantisches Leak in einer bislang nicht vorstellbaren Dimension von rund 2,6 Terabyte.


mod / DPA