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Politikdynastie: Kennedys Tochter will Senatorin werden

Sie trägt einen großen Namen - und will ihrem Vater nacheifern: Caroline Kennedy, Tochter des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy, will Senatorin werden. Sie will sich um den Posten bewerben, den Hillary Clinton freigibt. Clinton wird neue US-Außenministerin.

Der Kennedy-Clan ist auf dem Weg zurück auf die vorderste Bühne der amerikanischen Politik. Caroline Kennedy, die Tochter des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, will anstelle von Hillary Clinton neue Senatorin von New York werden. "Sie sagte mir, dass sie an dem Senatssitz interessiert ist", erklärte der New Yorker Gouverneur David Paterson nach einer Unterredung mit Kennedy am Montag.

Republikaner kritisieren sogleich ihre angeblich mangelnde Qualifikation. Der Gouverneur muss einen Nachfolger für Clinton bestimmen, sobald diese als neue Außenministerin bestätigt ist. Der künftige Präsident Barack Obama hat seine einstige Rivalin aus dem Vorwahlkampf vor zwei Wochen für den Kabinettsposten nominiert. Die Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton wurde 2000 als Vertreterin des Staates New York in den US-Senat gewählt und 2006 mit großer Mehrheit bestätigt. Ihr Nachfolger würde den Senatorenposten bis zur nächsten regulären Wahl in zwei Jahren einnehmen.

Carolines Onkel Robert Kennedy war von 1965 bis zu seiner Ermordung im Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten im Juni 1968 Senator von New York. Die 51-jährige Caroline Kennedy, die in Manhattan lebt, hatte bisher die Öffentlichkeit gescheut. Im Vorwahlkampf setzte sie sich jedoch prominent für den Demokraten Obama ein und verglich ihn mit ihrem charismatischen Vater. Sie hatte einen Teil ihrer Kindheit im Weißen Haus verbracht bis ihr Vater 1963 ermordet wurde.

Paterson sucht offenbar erfolgreichen Spendensammler

Als Anwärter auf Clintons Senatssitz gilt neben Kennedy der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo, ein Sohn des früheren Gouverneurs Mario Cuomo. Die Republikaner kritisierten, Kennedy verfüge nicht über ausreichend politische Erfahrung und kenne den Staat New York zudem kaum. Republikaner Peter King aus Long Island hat daher Interesse an dem bislang demokratisch gehaltenen Senatssitz angekündigt. "Nichts gegen Caroline Kennedy, aber ich denke nicht, dass irgendjemand ein Recht auf einen Sitz hat", sagte King.

Paterson ist bei seiner Entscheidung über die Vergabe des Senatssitzes an keinerlei Weisungen oder Vorgaben gebunden. Es gilt als wahrscheinlich, dass er jemanden auswählt, der viele Spendengelder einsammeln kann, denn schon im Jahr 2010 steht ein gemeinsamer Wahlkampf bevor.

AP/Reuters / AP / Reuters