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Präsidentschaftswahl in Georgien: Nachfolger für Michail Saakaschwili gesucht

Die Rosenrevolution vor zehn Jahren hat Michail Saakaschwili an die Macht gebracht. Ein weiteres Mal darf er jedoch nicht als Präsident kandidieren. Georgien kann nun zwischen 23 Bewerbern wählen.

In der Südkaukasusrepublik Georgien hat am Sonntagmorgen die Präsidentenwahl begonnen. Etwa 3,5 Millionen Menschen sind aufgerufen, über einen Nachfolger von Michail Saakaschwili zu entscheiden. Der 45-Jährige, der vor knapp zehn Jahren als gefeierter Held durch die Rosenrevolution an die Macht gekommen war, darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

Kritiker hatten ihm zuletzt Justizwillkür sowie Vetternwirtschaft vorgeworfen und ihn für den blutigen Südkaukasuskrieg gegen Russland 2008 verantwortlich gemacht. Damals hatte Georgien endgültig die Kontrolle über die abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien verloren.

Hohe Anzahl an unentschlossenen Wählern

Die besten Aussichten auf die Nachfolge Saakaschwilis hat der frühere Bildungsminister Georgi Margwelaschwili. Er wird von Regierungschef Bidsina Iwanischwili unterstützt. Angesichts des hohen Anteils von Unentschlossenen, von denen die dritte Kandidatin, Saakaschwilis ehemalige Mitstreiterin Nino Burdschanadse, profitieren dürfte, könnte aber eine Stichwahl nötig werden.

Nach einer Verfassungsänderung hat der Präsident künftig deutlich weniger Vollmachten haben als bisher. Das mächtigste Amt hat dann der Regierungschef inne.

Insgesamt treten 23 Bewerber in der Ex-Sowjetrepublik an. Für einen Sieg im ersten Wahlgang sind mehr als 50 Prozent der Stimmen notwendig. Die Wahllokale schließen um 17.00 Uhr MEZ. Im Anschluss werden erste Prognosen erwartet.

kgi/DPA/AFP / DPA