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Prozess gegen Guantanamo-Häftling: Schuldig in einem von 285 Anklagepunkten

Im ersten Prozess gegen einen früheren Guantanamo-Häftling vor einem US-Zivilgericht ist der Angeklagte nur in einem von insgesamt mehr als 280 Punkten für schuldig befunden worden.

Bei dem ersten Zivilprozess gegen einen Insassen des umstrittenen US-Gefängnisses in Guantanamo hat die Jury fast alle Anklagepunkte verworfen. Nach fünftägigen Beratungen befanden die Geschwornen den Tansanier Ahmed Khalfan Ghailani am Mittwoch lediglich der Verschwörung zur Zerstörung von US-Eigentum schuldig. Insbesondere wurde der 36-Jährige des Mordes und versuchten Mordes in 276 Fällen im Zusammenhang mit den Al-Kaida-Anschlägen 1998 auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania freigesprochen. Das Strafmaß muss noch festgelegt werden. Vorgeschrieben sind mindestens 20 Jahre, die Höchststrafe lautet lebenslänglich.

Ein Sprecher des US-Justizministeriums zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Es gilt allerdings als Niederlange für Präsident Barack Obama, der die Insassen des Gefängnisses auf Kuba je nach Fall vor ein ziviles Gericht oder Militärtribunalen stellen will. Die Republikaner fordern, für alle Terror-Verdächtigen müssten Tribunale zuständig sein. Obama hat angekündigt, die Haftanstalt zu schließen. Allerdings gibt es innerhalb der USA massive Widerstände dagegen.

Reuters / Reuters