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Raketentests Iran will Langstreckenraketen testen


Nachdem sich die Machtdemonstrationen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende verschärften, will Teheran nun seine Ankündigung wahr machen. Nach einer Mittelstreckenrakete soll nun auch eine Langstreckenrakete im Persischen Golf getestet werden.

Der Iran will am Montag zum Abschluss seines Seemanövers im Persischen Golf Langstreckenraketen testen. "Heute werden wir Kadar- und Nur-Langstreckenraketen während des Manövers zu Testzwecken abschießen", sagte der stellvertretende Marine-Befehlshaber, Admiral Mahmud Musawi, am Montag im Staatsfernsehen. Bereits am Samstag war mit den Tests gerechnet worden. Diese hatte das Militär aber verschoben.

Die Machtdemonstrationen zwischen den USA und dem Iran verschärften sich am Wochenende. Nahezu zeitgleich feuerte die Islamische Republik Medienberichten zufolge eine neue Mittelstrecken-Rakete im Golf ab und gab bekannt, erstmals atomare Brennstäbe selbst gefertigt und getestet zu haben.

Experten hätten den Brennstab in den Kern eines Forschungsreaktors in Teheran eingeführt, um seine Tauglichkeit zu prüfen, teilte die Atomenergiebehörde mit. Der Teheraner Reaktor dient offiziell medizinischen Zwecken. Die bisher dort eingesetzten Brennstäbe hatte das Land im Jahr 1993 aus Argentinien gekauft, die Vorräte sind inzwischen aber fast aufgebraucht. Der Reaktor arbeitet mit Brennstäben, in denen das Uran auf 20 Prozent angereichert ist. Bei diesem Anreicherungsgrad kann Uran nur zu zivilen Zwecken genutzt werden, erst ab über 90 Grad kann es für die Atombombe verwendet werden.

Kurssturz nach US-Sanktionen

Nach der Inkraftsetzung neuer US-Sanktionen gegen die Zentralbank in Teheran kündigte Ahmadinedschad eine entschlossene Reaktion seines Landes an. Der Iran werde "dem Druck seiner Feinde" entgegentreten, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Staatschefs an die Notenbank, die auf der Internetseite der Präsidentschaft veröffentlicht wurde. Die Sanktionen führten zu einen Kurssturz der iranischen Währung. Für einen Dollar verlangten die Wechselstuben laut Agenturberichten vom Sonntag rund 16.000 Rial. Der offizielle Kurs der Zentralbank liegt bei 11.000 Rial pro Dollar.

Am Samstag hatte US-Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und den Finanzsektor in Kraft gesetzt, um Teheran weiter unter Druck zu setzen. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zu sperren. Die USA sowie mehrere EU-Staaten wollen nach den Öl-, Gas- und Petrochemie-Branchen auch die iranischen Ölexporte mit Strafmaßnahmen belegen.

Am Samstag erklärte sich der Iran zunächst zwar grundsätzlich zur Wiederaufnahme der seit fast einem Jahr auf Eis liegenden internationalen Gespräche über sein Atomprogramm bereit. Am Sonntag testete die iranische Armee aber eine neue Mittelstreckenrakete und kündigte für Montag Übungen zur Sperrung der Meerenge von Hormus an.

Reuters/AFP Reuters

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