Rassismus-Vorwürfe Merkel lässt Beschimpfung nicht auf sich sitzen

Sie wurde als "Rassistin", "Faschistin" und als "Überbleibsel der Nazis" bezeichnet. Das lässt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht auf sich sitzen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier machte dem simbabwischen Botschafter in Berlin unmissverständlich klar, dass die Äußerungen inakzeptabel sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Beschimpfung der simbabwischen Regierung wegen ihres Eintretens für die Menschenrechte auf dem EU-Afrika-Gipfel nicht auf sich beruhen lassen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestellte den simbabwischen Geschäftsträger der Botschaft in Berlin ein, wie sein Sprecher Martin Jäger mitteilte. "Es ist ihm dort in scharfer Weise deutlich gemacht worden, dass Äußerungen über die Bundeskanzlerin, wie sie aus Simbabwe zu hören waren, in keiner Weise akzeptabel sind", sagte Jäger.

Das Sprachrohr der simbabwischen Regierung, die Zeitung "The Herald", hatte den Informationsminister des Landes, Sikhanyiso Ndlovu, mit den Worten zitiert, Merkel sei eine "Rassistin, Faschistin" und ein "Überbleibsel der Nazis". Merkel hatte beim Gipfel in Lissabon scharfe Kritik am Präsidenten Robert Mugabe geübt. Merkel warf Mugabe insbesondere vor, die Menschenrechte zu missachten. Sikhanyiso sagte daraufhin: "Sie sollte den Mund halten oder abhauen. Simbabwe ist keine deutsche Kolonie, das ist höchster Rassismus von einem deutschen Regierungschef."

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg hatte betonte, die Kanzlerin habe eine "gemeinsame europäische Position vorgetragen". Unterstützung hatte Merkel von Menschenrechtsorganisationen bekommen. Dem seit 20 Jahren regierenden Mugabe werden eine autoritäre Regierung, Unterdrückung der Opposition und Misswirtschaft vorgeworfen.

DPA/AP AP DPA

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