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Ehemaliger US-Präsident: Rassismus-Debatte: Princeton University benennt Woodrow-Wilson-Institut um

Schon vor vier Jahren hatten Studenten der Princeton University in den USA für eine Umbenennung des Woodrow-Wilson-Instituts protestiert, weil dem Namensgeber und ehemaligen US-Präsidenten Rassismus vorgeworfen wird. Jetzt hat die Forderung neues Gewicht bekommen.

Woodrow Wilson School of Public and International Affairs in Princeton

Bis vor kurzem hieß dieses Institut der US- Universität Princeton "Woodrow Wilson School of Public and International Affairs"

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In den USA muss wieder ein Name weichen, der in Verbindung mit Rassismus gebracht wird: Die Universität Princeton hat ihr bislang nach dem früheren US-Präsidenten Woodrow Wilson benanntes Politik-Institut umbenannt.

Thomas Woodrow Wilson, Princeton University

Thomas Woodrow Wilson war der 28. Präsident der USA und führte das Land von 1913 bis 1921. Von 1902 bis 1910 hatte er das Amt des Universitätspräsidenten in Princeton inne.

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"Wilsons Rassismus war bedeutend und folgenschwer, selbst an den Standards seiner Epoche gemessen", erklärte Universitätspräsident Christopher Eisgruber am Samstag. 

Princeton habe Wilson, der von 1913 bis 1921 Präsident gewesen war, nicht wegen seines Rassismus geehrt, habe sich davon aber nicht abhalten lassen, erklärte er. "Das jedoch ist letztlich das Problem. Princeton ist Teil eines Amerikas, das Rassismus zu oft gering geschätzt, ignoriert oder entschuldigt hat", schrieb Eisgruber. Dies habe das Andauern von "Systemen, die gegen Schwarze diskriminieren, erlaubt", erklärte er. Die Entscheidung zur Umbenennung sei auf seine Empfehlung hin am Freitag vom Aufsichtsrat der Universität getroffen worden. Das Institut werde künftig "Princeton School of Public and International Affairs" heißen.

George Floyd erreicht auch Princeton

Noch 2016 hatte das Gremium eine Umbenennung trotz Protesten von Studenten abgelehnt. Der Tod George Floyds bei einem brutalen Polizeieinsatz habe eine neue kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus hervorgerufen, erklärte Eisgruber.

Seit Floyds Tod vor gut einem Monat und den darauffolgenden Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus haben in den USA bereits viele Institutionen und Firmen Umbenennungen angestoßen.

Im südlichen Bundesstaat Mississippi debattierten Abgeordnete eine Änderung der seit 1894 gültigen Flagge des Staates, weil diese an die einstigen Sklavenhalter des Südens, die Konföderierten, erinnert. Gouverneur Tate Reeves erklärte am Samstag, er werde das Gesetz unterschreiben, wenn die Abgeordneten für eine Änderung stimmten.

sve / DPA