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Messengerdienste Afghanistans Regierung sperrt Whatsapp und Telegram

Afghanistans Regierung sperrt Whatsapp
Einige Provider in Afghanistan haben Whatsapp auf Wunsch der Regierung bereits gesperrt

© Karl-Josef Hildenbrand/Picture-Alliance
Die afghanische Regierung hat die beliebten Messengerdienste Whatsapp und Telegram für drei Wochen gesperrt. Als Grund werden Qualitätsmängel aufgeführt. Doch dahinter steckt offenbar der afghanische Geheimdienst.

Die Regierung in Afghanistan hat die beliebten Messengerdienste Whatsapp und Telegram für 20 Tage gesperrt. Die Entscheidung basiert laut Sprecher des Ministeriums für Kommunikationstechnologie, Nadschib Nangial, auf "Beschwerden über schlechte Qualität".

Afghanistan könnte ein Interesse daran haben, die beiden Dienste zu sperren, weil die radikalislamischem Taliban sie sehr aktiv für ihre Kommunikation untereinander sowie mit Medienvertretern nutzen. Die Taliban sind seit etwa zwei Jahren in Afghanistan wieder besonders schnell auf dem Vormarsch. Sie haben in den vergangenen Monaten Hunderte Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet.

Ein Reporter der Tageszeitung "New York Times" twitterte, eine Quelle aus dem Ministerium habe bestätigt, dass die Weisung vom Geheimdienst NDS gekommen sei. Der Ministeriumssprecher als auch ein Sprecher des NDS wiesen das zurück. 

Whatsapp und Telegram sind erst der Anfang

Die Provider MTN and Salaam Telecom hätten Whatsapp und Telegram schon gesperrt, sagte Nangial. "Die anderen werden das auch bald tun." Auf der Facebook-Seite des Ministeriums war die Rede von der Einführung "neuer Technologie", die helfen solle, Probleme zu vermeiden.

Tatsächlich gab es am Freitag Whatsapp-Ausfälle unter anderem in Pakistan und Indien. Kurze Zeit später funktionierte der Service wieder. Die Weisung aus dem afghanischen Telekom-Ministerium war allerdings laut im Internet verbreiteten Dokumenten schon am Mittwoch erlassen worden.

jek DPA

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