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Regierungsbildung gescheitert: Griechenland steht vor Neuwahlen

Alle Versuche einer Regierungsbildung in Griechenland sind misslungen. Das Land steht vor Neuwahlen. Der Euro rutschte auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar.

In Griechenland soll es nach übereinstimmenden Medienberichten Neuwahlen geben. An diesem Mittwoch um zwölf Uhr sei eine Sitzung zu den Formalitäten für die Bildung einer Interimsregierung geplant, hieß es nach einem Krisentreffen mit Staatspräsident Karolos Papoulias am Dienstag in Athen. Dann soll auch der genaue Wahltermin mitgeteilt werden. Als wahrscheinliches Wahldatum wurde der 17. Juni genannt. Alle Versuche, eine Regierung zu bilden, waren nach den Parlamentswahlen am 6. Mai gescheitert. Papoulias hatte zuvor als letzten Ausweg zur Auflösung der politischen Blockade in Athen ein Kabinett aus Experten vorgeschlagen.

Der Kurs des Euro rutschte nach ersten Meldungen über Neuwahlen kräftig ab. Die Gemeinschaftswährung fiel im Nachmittagshandel unter die Marke von 1,28 US-Dollar auf 1,277 Dollar. Damit erreichte der Euro den tiefsten Stand seit Mitte Januar.

Beobachter gehen davon aus, dass bei Neuwahlen linke und rechte Parteien weiter erstarken könnten. Aus der Abstimmung am 6. Mai war die linksradikale Syriza von Alexis Tsipras als zweitstärkste Kraft hervorgegangen. Tsipras' will das Sparprogramm des pleitebedrohten Landes auf Eis legen. Umfragen deuten darauf hin, dass Syriza nun zur stärksten Kraft werden und damit 50 Sitze zusätzlich im Parlament erringen könnte.

Damit wächst die Sorge vor einer Pleite des Landes und einem darauffolgenden Austritt aus der Eurozone. Damit würde nach Einschätzung von Analysten auch wieder die Ansteckungsgefahr für Spanien und Italien steigen. Der spanische Leitindex fiel auf den tiefsten Stand seit September 2003. Der Leitindex der Börse in Mailand rutschte auf ein Siebeneinhalb-Monats-Tief.

fro/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters