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Regionalwahlen in Italien: Berlusconi gelingt Überraschungserfolg

Bei den Regionalwahlen in Italien hat sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi wieder einmal als Stehaufmännchen entpuppt. Entgegen allen Prognosen hat sich seine konservative Regierungskoalition in vielen Regionen behauptet.

Das Mitte-Rechts-Lager des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi hat bei den Regionalwahlen nach stabilisierten Hochrechnungen überraschend Zugewinne verbucht. Die konservative Regierungskoalition nahm der Linken die beiden südlichen Regionen Kalabrien und Kampanien ab und behauptete ihre Mehrheit in Venetien und der Lombardei. In Piemont und Latium hielt das Kopf-an-Kopf-Rennen am späten Abend noch an, mit den Kandidaten aus dem Lager des Ministerpräsidenten in guter Position.

"Diese Ergebnisse stärken die Regierung", freute sich Verteidigungsminister Ignazio La Russa: "Berlusconi hat gezeigt, dass er immer gewinnt, wenn es ein Referendum für oder gegen ihn gibt."

Damit blieb in Italien ein "Frankreich-Effekt" aus: Die linke Opposition hatte darauf gehofft, ähnlich wie bei den jüngsten Regionalwahlen in dem Nachbarland dem konservativen Lager eine schmerzliche und eindeutige Niederlage zufügen zu können. Nach Einschätzung von Beobachtern waren aber für viele Wähler regionale Probleme entscheidend, etwa Kampanien mit seinem Müllproblem.

In Italien war in 13 der 20 Regionen gewählt worden. Elf dieser Regionen waren seit 2005 in linker Hand, zwei von Berlusconis Lager regiert. Die Regionalwahlen am Sonntag und Montag zeichneten sich durch eine niedrige Wahlbeteiligung aus. Nach Angaben des Innenministeriums in Rom gaben nur 63,6 Prozent der knapp 41 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, knapp acht Prozent weniger als 2005.

Berlusconi hatte den Urnengang zu einem nationalen Test für seine Regierung drei Jahre vor der nächsten Parlamentswahl erhoben. Die Linke hatte auf eine Wende gehofft und dabei vor allem darauf gesetzt, dass Berlusconis Affären, Pannen und Korruptionsprozesse sich bei den Regionalwahlen negativ für den Cavaliere niederschlagen würden.

DPA/APN / DPA