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Satellitenfotos aus vier Jahren Krieg: Die Dunkelheit offenbart Syriens Zerstörung

Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung durch vier Jahre Krieg selbst in der Dunkelheit. Ein Foto-Vergleich verdeutlicht, wie hell das nächtliche Syrien 2011 war - und wie dunkel heute.

Syrien im März 2011 und im Februar 2015. Bewegen sie den Schieberegler nach links, um das Ausmaß der Verdunklung des Landes zu sehen

Seit genau vier Jahren tobt in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg, der bereits mehr als 200.000 Todesopfer gefordert und Millionen Syrer zu Flüchtlingen gemacht hat. Dauerbombardements haben in Ballungsräumen zudem große Teile der Infrastruktur lahmgelegt.

Chinesische Wissenschaftler dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung anhand von nächtlichen Satellitenaufnahmen der vergangenen vier Jahre. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen stellten sie in dieser Woche gemeinsam mit "withSyria" vor, einem Zusammenschluss von mehr als 130 internationalen NGOs vor.

Besonders Norden und Westen betroffen

Satellitenbilder seien die "objektivste Datenquelle, um die Zerstörung Syriens auf nationaler Ebene zu zeigen", sagte Xi Li, der wissenschaftliche Leiter des Projekts an der Wuhan University in China.

Mittlerweile seien 83 Prozent der Lichter des Wüstenstaates des Nachts erloschen. Besonders betroffen: Der gesamte westliche und nördliche Teil des Landes, in dem sich die größten Städte - zum Beispiel, Aleppo, Raqqa, Homs, befinden sowie das Grenzgebiet zum östlichen Nachbarn Irak. In Damaskus im Südwesten hält sich die Finsternis zwar noch in Grenzen, das Umland der Hauptstadt ist aber ebenfalls in Dunkelheit getaucht. Der Großteil des Landes im Zentrum und im Süden besteht aus Wüste und ist ohnehin kaum besiedelt.

rös