Saudi-Arabien Al Kaida kündigt neue Anschläge auf Ölanlagen an


Nach dem missglückten Angriff auf die Ölraffinerie im saudi-arabischen Abkaik will das Terrornetzwerk al Kaida weitere Anschläge starten. Das sei "ein Projekt zur Befreiung der arabischen Halbinsel".

Das Terrornetzwerk Al Kaida hat nach dem gescheiterten Anschlag auf die weltweit größte Ölanlage in Saudi-Arabien weitere Angriffe angekündigt. Der Anschlag von Freitag sei Teil "des Projekts, die arabische Halbinsel von den Ungläubigen zu befreien", hieß es am Samstag auf einer häufig von Islamisten genutzten Website. Zwei Selbstmordattentäter hätten ihn nach "Anweisungen unseres Führers Osama bin Laden" ausgeführt.

Die beiden Attentäter waren am Freitag mit sprengstoffbeladenen Wagen auf die Ölförderanlage Abkaik zugerast. Wachleute eröffneten das Feuer, und die Wagen explodierten, bevor sie die Tore durchbrechen konnten. Zwei Sicherheitskräfte und die beiden Angreifer wurden getötet, wie das saudi-arabische Innenministerium am Samstag mitteilte.

Obwohl Ölminister Ali Naimi umgehend Berichte dementierte, wonach die Produktion in der Anlage kurzfristig unterbrochen worden sei, schoss der Ölpreis in die Höhe. Ein Barrel (159 Liter) amerikanischen Leichtöls verteuerte sich am Freitag an der New Yorker Börse um mehr als zwei Dollar auf 62,91 Dollar.

"Gegen Kreuzzügler und Juden"

Über Abkaik nahe der Golfküste werden rund zwei Drittel der saudi-arabischen Ölexporte abgewickelt. Es war der erste Angriff auf eine Ölanlage in Saudi-Arabien. Die Regierung geht seit drei Jahren gegen Al-Kaida-Extremisten vor, die mit Anschlägen das Land destabilisieren und die Königsfamilie stürzen wollen. Ziel der Anschläge waren häufig Ausländer. Im Mai 2004 griffen Extremisten die Niederlassungen von Ölfirmen in zwei Städten an. "Diese Operation ist der Auftakt für Aktionen, die Al Kaida gegen die Kreuzzügler und Juden unternimmt, die die muslimische Welt ausplündern", heißt es in dem Internet-Bekennerschreiben weiter.

Allerdings geht die Erklärung nicht darauf ein, dass der Anschlag misslang. Die "heroischen heiligen Krieger" hätten es geschafft, in die Anlage einzudringen. Und es gebe viele Männer, die ihnen nacheifern wollten. Bei den getöteten Selbstmordattentätern handelte es sich um zwei der meistgesuchten Extremisten in Saudi-Arabien. Ihre Namen, die in dem Bekennerschreiben genannt wurden, waren auf einer entsprechenden Liste der Regierung aufgeführt. Damit sind noch vier von insgesamt 15 gesuchten Extremisten in Saudi-Arabien flüchtig.

Im Nachbarland Irak gab es bereits häufig Anschläge auf Anlagen der Ölindustrie. Der Zwischenfall in der Anlage Abkaik verstärkte die Sorgen, dass Extremisten nun auch in Saudi-Arabien, dem wichtigsten Ölförderer der Welt, auf diese Taktik zurückgreifen könnten.

Donna Abu Nasr/AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker