Sechs-Parteien-Gespräche Nordkorea pokert im Atomstreit


Nur einen Tag nach der ausgehandelten Einigung im Atomstreit stellen die Nordkoreaner neue Forderungen: Sie wollen ihr Atomwaffenprogramm nur stoppen, wenn sie mit zivilen Kernreaktoren ausgestattet werden.

Nordkorea will sein Atomprogramm nur stoppen, wenn die USA dem Staat zivile Kernreaktoren zur Energiegewinnung liefern. Die USA warfen dem kommunistischen Land daraufhin vor, damit breche man die zuvor erzielte Vereinbarung zum Verzicht auf Atomwaffen. „Dies ist offensichtlich nicht Teil der Abmachung, die sie unterzeichnet haben, und wir werden sehen, was die kommenden Wochen bringen“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, in New York.

Erst am Montag hatte sich Nordkorea bei den so genannten Sechs-Parteien-Gesprächen in Peking bereit erklärt, auf Nuklearwaffen zu verzichten und zum Atomwaffensperrvertrag zurückzukehren. Dies wurde als Durchbruch gewertet, auch wenn die Vereinbarung keine konkreten Schritte benannte.

Nur einen Tag darauf erklärte das nordkoreanische Außenministerium, die USA dürften „nicht einmal im Traum daran denken, dass die Demokratische Volksrepublik Korea seine nuklearen Abschreckungsmittel abrüstet“, bevor nicht Leichtwasser-Reaktoren geliefert würden. Auch internationale Atominspektoren wollen die Nordkoreaner erst im Land dulden, wenn die USA die Kernkraftwerke lieferten. Reaktoren zur Energiegewinnung bereit zu stellen bedeute eine "physische Garantie der Vertrauensbildung".

Japan nennt Forderung unannehmbar

Auch der japanische Außenminister Nobutaka Machimura erklärte, die Forderung Nordkoreas nach Leichtwasser-Reaktoren sei unannehmbar. Der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Chung Dong Young, zeigte sich hingegen zuversichtlich, dass die jüngsten Differenzen auf diplomatischem Wege ausgeräumt werden könnten. Die Vereinbarung mit Nordkorea sei nicht gescheitert, sagte der Minister.

In den Sechser-Gesprächen mit den beiden koreanischen Staaten, Japan, China und Russland hatten die USA zwar die Lieferung von Leichtwasser-Reaktoren an Nordkorea angedeutet, dies aber von einer vorherigen Abkehr von Nuklearwaffen abhängig gemacht. Zu einem angemessenen Zeitpunkt solle die Lieferung der Reaktoren diskutiert werden, hatte es in der Vereinbarung geheißen.

Nordkorea hat während der zweijährigen Verhandlungen über sein Atomprogramm wiederholt abrupte Rückzieher gemacht. In der Übereinkunft am Montag hatten Nordkoreas Verhandlungspartner dem verarmten Land zugesagt, ihm im Gegenzug zum Verzicht auf Atomwaffen Erdöl und Strom zu liefern. Zugleich wurde Nordkorea ein Ende seiner diplomatischen Isolation in Aussicht gestellt. Die USA gaben außerdem die verlangten Garantien, das von ihnen als „Vorposten der Tyrannei“ titulierte Land nicht anzugreifen. Wie Japan kündigten an, man wolle die Beziehungen normalisieren.

DPA/RTR DPA

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