Selbstmordanschlag Bombenexplosion am Bahnhof


Ein mutmaßlicher palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich am Eingang eines Bahnhofs in der zentralisraelischen Stadt Kfar Saba in die Luft gesprengt und dabei einen Menschen mit in den Tod gerissen. Weitere 13 Personen wurden bei der Explosion verletzt.

Bei dem Selbstmordanschlag eines mutmaßlichen palästinensischen Extremisten in der israelischen Stadt Kfar Saba sind am Donnerstagmorgen ein Israeli und der Attentäter getötet worden. Weitere 13 Menschen wurden bei der Explosion verletzt.

Der Attentäter habe sich am Eingang eines Bahnhofs in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit. Israelische Medien berichteten, der Täter habe den Sprengsatz offenbar gezündet, als ihn ein Wachmann am Betreten des Bahnhofs hindern wollte. Der Anschlag ereignete sich einen Tag, nachdem sich die palästinensische Führung auf die Bildung eines neuen Kabinetts geeinigt hatte. Dies gilt als wichtige Voraussetzung für die Umsetzung eines internationalen Friedensplans im Nahen Osten.

Opfer in kritischem Zustand

Rund die Hälfte der Opfer befinde sich in einem kritischen Zustand, sagten Sanitäter. Die Explosion ereignete sich am Morgen zur Hauptverkehrszeit. Viele Pendler nutzen den Bahnhof, um von dort aus zur Arbeit in Tel Aviv zu fahren. Die Eingangstüren des neu gebauten Bahnhofs wurden durch die Explosion auseinander gerissen.

Israel verurteilte umgehend den Anschlag. "Der Anschlag in Kfar Saba ist ein weiterer Angriff auf unschuldige israelische Zivilisten im Herzen unserer Städte", sagte ein Mitarbeiter im Büro des Ministerpräsidenten Ariel Scharon. "Es ist ein weiteres Beispiel für die schiere Brutalität des palästinensischen Terrorismus", fügte er hinzu.

Radikale Palästinensergruppen lehnen Friedensplan ab

Radikale Palästinensergruppen lehnen den von den USA, der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und Russland ausgearbeiteten Friedensplan ab. Dieser sieht unter anderem ein Ende der Gewalt auf beiden Seiten und die Bildung eines Palästinenserstaates bis 2005 vor. Auf internationalen Druck hatte Palästinenser-Präsident Jassir Arafat am Mittwoch der Kabinettsliste des als moderat geltenden designierten Ministerpräsidenten Mahmud Abbas zugestimmt.

Radikale Palästinensergruppen hatten die Regierungsbildung kritisiert und weitere Anschläge in Israel angekündigt. Zuletzt hatte sich am 30. März in der Küstenstadt Netanja ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und 30 Menschen verletzt. Seit Beginn des Palästinenseraufstands im September 2000 sind mindestens 2005 Palästinenser und 733 Israelis getötet worden.

DPA

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