Selbstmordanschlag in Afghanistan Mit "widerlicher Taktik" 40 Frauen, Männer und Kinder getötet

Bei einem Selbstmordanschlag bei einer Hochzeitsfeier in der afghanischen Provinz Kandahar sind nach amtlichen Angaben 40 Menschen getötet und 74 verletzt worden.

Die Explosion bei einer Hochzeit in der südafghanischen Provinz Kandahar, bei der 40 Menschen starben, geht nach Angaben der afghanischen Regierung auf einen Selbstmordanschlag zurück. Ersten Informationen zufolge sprengte sich ein Selbstmordattentäter inmitten der Festgäste in dem Dorf Nagan in die Luft, teilte das Innenministerium am Donnerstag in Kabul mit. Die NATO-Truppe ISAF machte die radikalislamischen Taliban verantwortlich. Bei dem Attentat wurden auch Kinder getötet, mehr als 70 Menschen wurden verletzt.

Die NATO bezeichnete die "unbarmherzige Gewalt" während eines derartigen Festes als "widerliche Taktik", um die Bevölkerung einzuschüchtern. Sie zeige, dass die Taliban "keinen Respekt vor Menschenleben haben", erklärte das Militärbündnis. Der Anschlag ereignete sich in dem für Männer reservierten Bereich der Hochzeitsfeier. Viele der Opfer waren deshalb Männer, wie ein AFP-Journalist aus dem Krankenhaus berichtete.

Kandahar ist eine Hochburg der Taliban, die die Urheberschaft für den Anschlag zurückwiesen. Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi sagte, die Aufständischen steckten nicht hinter dem Angriff. Auch die US-Streitkräfte erklärten umgehend, die vielen Toten seien nicht das Resultat eines Luftangriffs. Wer das behaupte, betreibe "Taliban-Falschinformationen", sagte Militärsprecher Wayne Shanks. Die NATO teilte mit, keiner ihrer Soldaten habe sei in den Zwischenfall verwickelt.

Ein Überlebender, Agha Mohammed, sagte, die Hochzeitsgesellschaft habe sich gerade zum Essen hingesetzt, als sich eine gewaltige Explosion ereignet habe. Das Ausmaß der Zerstörung sei viel größer als bei einem Selbstmordanschlag üblich. "Wir haben Kriegserfahrung und das sieht nicht wie ein Selbstmordanschlag aus", sagte Mohammed. Baschari sagte, das Brautpaar habe überlebt.

Gewalt und Kämpfe haben in diesem Monat in Afghanistan erheblich zugenommen. In den vergangenen vier Tagen wurde mindestens 17 US-Soldaten getötet, insgesamt beklagte die NATO-Truppe ISAF im Juni bereits 29 Tote.

APN/AFP

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