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Panne im Sekretariat: Robert Mugabe hält aus Versehen zwei Mal dieselbe Rede

Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat bei der Eröffnung des Parlaments eine Rede gehalten, die er schon einen Monat zuvor vortrug. Offenbar merkte der 91-Jährige es nicht einmal. Die Opposition zweifelte an seiner Verfassung.

Nachdem Robert Mugabe in einem Hotel in Harare die falsche Rede vorgelesen hatte, zweifelte die Opposition den geistigen Zustand des 91-Jährigen an

Nachdem Robert Mugabe in einem Hotel in Harare die falsche Rede vorgelesen hatte, zweifelte die Opposition den geistigen Zustand des 91-Jährigen an

Simbabwes langjähriger Machthaber Robert Mugabe hat im Parlament exakt dieselbe Rede gehalten wie im vergangenen Monat - offenbar ohne es zu merken. Ganze 25 Minuten lang sprach der 91-jährige Präsident zur Eröffnung einer neuen Parlamentssitzung über die Lage der Nation. Präsidentensprecher George Charamba gestand später ein, dass es eine "Verwechslung" gegeben habe, die dazu geführt habe, dass Mugabe die "falsche Rede gehalten" habe.

Charamba sagte der staatlichen Zeitung "The Herald", die Verwechslung der Texte sei im Sekretariat passiert. Die Regierung bedauere den Fehler und erwäge Disziplinarmaßnahmen. Anwesende Journalisten bemerkten rasch Ähnlichkeiten der am Dienstag gehaltenen Rede mit der Ansprache vom vergangenen Monat.

Gegner zweifeln an "Senilität" Mugabes

Dass die Opposition diesmal ruhig blieb, während sie Mugabe beim ersten Mal noch ausgebuht hatte, hatte indes nach Angaben der Oppositionspartei Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) einen triftigen Grund: Sieben Abgeordnete hätten per SMS anonyme Drohungen erhalten und seien aufgefordert worden, Mugabes Rede nicht zu stören, sagte Fraktionschef Innocent Gonese.

Die MDC forderte Mugabe am Abend zum Rücktritt auf. Der Vorfall zeige Mugabes "Senilität", der 91-Jährige sei mental und physisch nicht mehr in der Lage, das Amt auszuführen, erklärte die Partei. Mugabe sollte "längst in Rente sein". Der Staatschef steht seit mehreren Jahrzehnten an der Spitze des verarmten südafrikanischen Landes und regiert Simbabwe mit harter Hand.

mka / AFP
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