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Neuer Präsident: Wahl in Simbabwe: Mnangagwa gewinnt, Opposition lehnt Ergebnis ab

Nach knapp vier Jahrzehnten unter Machthaber Robert Mugabe hat Simbabwe einen Nachfolger - sein ehemaliger Vertrauter, Emmerson Mnangagwa, wird der neue Präsident. Sein Gegner Chamisa bemängelt "unechte" Wahlergebnisse.

Wahrscheinlich eine Stimme für seinen Ex-Vertrauten: Der Ex-Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe, bei seiner Wahl

Auch er durfte seine Stimme abgeben: Der Ex-Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe (94) beim Wählen. Sehr wahrscheinlich ist, dass er für seinen Ex-Vertrauten Mnangagwe stimmte.

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Simbabwe hat einen neuen Präsidenten. Mit 50,8 Prozent setzte sich Emmerson Mnangagwa, Ex-Vertrauter des langjährigen Machthabers Robert Mugabe, durch und wurde offiziell zum Sieger erklärt. Der 75-jährige gehört der Regierungspartei Zanu-PF an.

Mnangagwa werde "ordnungsgemäß zum Präsidenten der Republik Simbabwe erklärt", sagte die ZEC-Vorsitzende Priscilla Chigumba bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Mit 50,8 Prozent gewann der Amtsinhaber die Wahl äußerst knapp - mehr als 50 Prozent waren notwendig, um eine Stichwahl zu vermeiden. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei über 80 Prozent in den meisten der zehn Provinzen. Mnangagwa sprach nach der Bekanntgabe der Ergebnisse von einem "neuen Anfang" für das Land. "Auch wenn wir bei der Wahl gespalten gewesen sein mögen, sind wir in unseren Träumen vereint", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Opposition unter Verlierer Chamisa lehnt Wahlergebnisse ab

Oppositionsführer Nelson Chamisa kam demnach auf 44,3 Prozent. Er hatte die Wahlergebnisse als "unecht" kritisiert. Die Wahlkommission habe Vertretern der Oppositionspartei
MDC den Zugang zu den Ergebnissen vor der Verkündung verweigert, sagte Nelson Chamisa am Freitag auf Twitter. Die Ergebnisse seien nicht geprüft und gefälscht. Er forderte von der Wahlkommission die Veröffentlichung der "richtigen und verifizierten Ergebnisse, die von allen Parteien bestätigt wurden". Das Ergebnis wolle er gerichtlich anfechten: "Wir werden das vor Gericht bringen", kündigte er an. 

MDC-Sprecher Morgan Komichi hatte kurz vor der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse die zuvor veröffentlichten Teilergebnisse, wonach Mnangagwa deutlich in Führung lag, als "gefälscht" bezeichnet. Er wurde anschließend von der Polizei von der Bühne in der Hauptstadt Harare abgeführt, auf der die Ergebnisse dann bekannt gegeben wurden. 

Die Lage in Harare war in der Nacht angespannt, es wurden aber keine Zwischenfälle gemeldet. Die Armee patrouillierte in den Straßen. Bereits am Mittwoch hatte es Proteste gegen mutmaßliche Wahlmanipulationen gegeben. Sechs Demonstranten wurden bei Zusammenstößen mit dem Militär getötet. 

Gleichzeitig Parlamentswahl in Simbabwe - Regierungspartei gewinnt absolute Mehrheit

Bei der am Montag gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl abgehaltenen Parlamentswahl errang die Regierungspartei Zanu-PF Teilergebnissen zufolge die absolute Mehrheit.
Nach der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien 1980 wurde das afrikanische Land 37 Jahre von Machthaber Mugabe autoritär regiert. Im vergangenen November wurde er vom Militär gestürzt, sein ehemaliger Vertrauter Mnangagwa trat seine Nachfolge an.

wlk / AFP / DPA