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Sri Lanka: Tamilen-Rebellen bombardieren Colombo

Tamilische Rebellen haben überraschend einen Luftangriff auf die Hauptstadt von Sri Lanka, Colombo, geflogen. Dabei wurden 38 Menschen verletzt. Der Angriff ist ungewöhnlich, da die Regierung jüngst beteuert hatte, die Rebellen in einem Gebiet im Nordosten eingeziegelt zu haben.

Tamilische Rebellen in Sri Lanka haben nach Militärangaben am Freitag überraschend einen Luftangriff auf die Hauptstadt Colombo geflogen. Dabei wurden mindestens 38 Menschen verletzt. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hätten aus Leichtflugzeugen mindestens zwei Bomben abgeworfen.

Die Sprengsätze seien direkt neben dem Hauptquartier der Luftwaffe eingeschlagen und hätten ein Gebäude getroffen, in dem sich das Finanzamt befindet. Wie Luftwaffensprecher Janaka Nanayakkara sagte, wurde ein LTTE-Flugzeug nahe dem internationalen Flughafen abgeschossen.

Die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die LTTE äußerte sich zunächst nicht. Der Luftwaffensprecher sagte, das Wrack der Maschine sei gefunden worden. Die Piloten seien tot. Nach ersten Berichten sollen die LTTE-Flugzeuge im von den Rebellen kontrollierten Mullaitivu, 390 nordöstlich von Colombo, gestartet sein.

Der spektakuläre Angriff ist für die Regierung höchst peinlich. Präsident Mahinda Rajapakse hatte erst vor rund zwei Wochen erklärt, die militärische Niederlage der LTTE sei nur noch "eine Frage von Tagen". Die Regierung hatte zudem erklärt, sie habe alle versteckten Startbahnen der LTTE zerstört und deren kleine Flugzeugflotte außer Gefecht gesetzt.

Nach der jüngsten Offensive der Regierungstruppen soll die Rebellengruppe, die einst weite Teile Sri Lankas kontrollierte, demnach auf einem nur noch 150 Quadratkilometer großen Landstrich an der Nordostküste der Insel von Soldaten eingekesselt sein.

Im März 2007 hatte die LTTE erstmals einen Luftangriff auf Armeestellungen geflogen und eine Luftwaffenbasis nahe dem internationalen Flughafen in Colombo bombardiert. Drei Soldaten wurden getötet, 17 teils schwer verletzt. Im vergangenen Oktober griff die LTTE zwei Öllager nahe der Hauptstadt aus der Luft an.

In dem seit 25 Jahren andauernden Bürgerkrieg sind mehr als 75.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Rebellen kämpfen für einen eigenen Staat für die Minderheit der Tamilen im Norden und Osten der Inselrepublik. Sie fühlen sich von der singhalesischen Mehrheit der Bevölkerung diskriminiert.

DPA / DPA