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Auch Greenpeace betroffen: Wirbel um St. Pauli-Logo auf britischer Anti-Terrorliste: Behörde wiegelt ab, Profi bekennt sich

In Großbritannien ist das Totenkopf-Logo des FC St. Pauli mit anderen Logos, darunter das von Greenpeace, auf einer Anti-Terror-Liste aufgetaucht. Der Verein will nach den Gründen fragen, ein britischer Profi bekennt sich klar zum Klub. 

St Pauli Logo auf Eckfahne

Das berühmte Totenkopf-Logo des FC St. Pauli auf einer Eckfahne im Millerntor-Stadion in Hamburg

Picture Alliance

Wie kommt das Totenkopf-Logo des Hamburger Zweitligisten FC St. Pauli auf eine Anti-Terror-Liste der britischen Behörden? Dieser Frage will der Klub nach NDR-Informationen nachgehen, nachdem der "Guardian" über die Aufstellung berichtete, auf der neben Symbolen von Neonazi-Gruppierungen auch die von Greenpeace oder Extinction Rebellion auftauchen.

Außer dem deutschen Klub ist kein einziger weiterer Fußballverein in der Handreichung aufgeführt. Dafür aber neben den genannten Umweltschutzorganisationen unter anderem das Emblem der Radfahrer-Bewegung "Critical Mass". Die Liste (hier abrufbar) ist unterteilt in die Bereiche Rechtsextremismus, Linksextremismus und Umwelt- und Tierschutz. 

Liste UK Terror St Pauli

Auszug aus der Liste von "Counter Terrorism Policing" - in der untersten Reihe das Logo des FC St. Pauli

Der walisische Nationalspieler St.-Pauli-Profi James Lawrence hat unterdessen via Instagram ein klares Bekenntnis abgegeben: Er sei stolz auf das wofür der Verein stehe. Der Klub engagiere sich gegen Faschismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus - und fragt sich, was man daran nicht mögen könne.

Behörde widerspricht Darstellung in Artikel

Die Urheberin der Liste, die behördliche Organisation "Counter Terrorism Policing", hat unterdessn dementiert, dass sie bestimmte Symbole, darunter das Totenkopf-Logo des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli, als extremistisch einstuft. "Wir betrachten diese Gruppen nicht als extremistisch, wir betrachten sie nicht als Bedrohung für die nationale Sicherheit", teilte Sprecher Dean Haydon am Sonntag auf der Website der Behörde mit. "Wir stellen diese Dokumente her, um Einsatzkräften und anderen Kollegen dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen", hieß es in der Erklärung weiter. Ziel der Liste sei es, die Unterschiede zwischen Zeichen und Symbolen deutlich zu machen. "Es ist nötig, dass unsere Anti-Terrorismus-Polizei, Einsatzkräfte und Partner verstehen, zu welchen Organisationen Leute gehören, und was ihre Ziele und Aktivitäten sind - rechtmäßig oder anderweitig."

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Hayden wies zudem darauf hin, dass die Liste explizit klarstelle, dass viele der Gruppen, deren Symbole auf der Liste sind, für die Anti-Terrorismus-Arbeit nicht relevant seien und die Mitgliedschaft in diesen Gruppen in keiner Weise auf Kriminalität hindeute. "Etwas anderes zu unterstellen, ist nicht hilfreich und irreführend."

Quellen: DPA, "Guardian", "Mopo", NDR

rös