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STICHWORT: Argentinien - ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut

Argentinien, das zweitgrößte Land Südamerikas, steckt nach jahrelangem Wachstum seit Ende der neunziger Jahre in einer tiefen Krise - politisch wie wirtschaftlich. Heute lebt fast ein Drittel der 36,7 Millionen Argentinier in Armut. Viele Industriebetriebe sind ins benachbarte Brasilien abgewandert.

Größtes Problem der seit Dezember 1999 amtierenden Mitte-Links-Regierung von Präsident Fernando de la Rúa ist das hohe Defizit des Staatshaushalts, dem zuletzt unter anderem mit einem rigorosen Sparprogramm begegnet werden sollte. Den Schuldenberg hat de la Rúa von seinem peronistischen Vorgänger Carlos Menem übernommen. Eine weitere Hinterlassenschaft ist die gestiegene Kriminalität, besonders in der drei Millionen Einwohner zählenden Metropole Buenos Aires.

90 Prozent der Argentinier sind katholisch

Im Unterschied zu anderen südamerikanischen Ländern besteht die Bevölkerung Argentiniens wegen der Masseneinwanderungen seit Ende des 19. Jahrhunderts überwiegend aus Weißen spanischer und italienischer Herkunft. Daneben gibt es Minderheiten von Mestizen und Indianern. 90 Prozent der Argentinier sind katholisch.

»Exportgut« Tango

Die Landwirtschaft ist immer noch eine wichtige Erwerbsquelle. So bezieht Deutschland ein Viertel seiner Fleischimporte aus Argentinien. Ein anderes »Exportgut« und geradezu ein Symbol des Landes ist der Tango, der nach der Unabhängigkeit von Spanien (1816) entstanden ist.

Zu den legendären Persönlichkeiten Argentiniens zählen der frühere Präsident Juan Perón und seine Frau Isabel, die gleichfalls Präsidentin war und 1976 vom Militär gestürzt wurde; außerdem der der Fußballstar Diego Maradona.