Südamerika Truppenaufmarsch an Kolumbiens Grenze


Erst flog Kolumbiens Luftwaffe einen Angriff auf ein Rebellenlager in Ecuador, nun schicken Ecuador und Venezuela Truppen an Kolumbiens Grenze. Die südamerikanischen Staaten werfen sich gegenseitig die Missachtung ihrer Souveränität vor.

Im Streit um die Tötung eines Rebellenchefs haben Venezuela und Ecuador ihre Truppen an die Grenze zu Kolumbien beordert. Venezuelas Präsident Hugo Chavez kündigte zudem die Verlegung von Panzern und die Mobilmachung der Luftwaffe an. Sein Verbündeter, Ecuadors Staatschef Rafael Correa, zog seinen Botschafter aus dem Nachbarland ab.

Kolumbianische Sicherheitskräfte erklärten, bei dem Angriff auf das Farc-Lager in Ecuador seien Dokumente gefunden worden, die eine Verbindung zwischen Correa und den Rebellen zeigten. Der Tod des Farc-Kommandanten Raul Reyes galt als schwerer Rückschlag für die kolumbianischen Aufständischen.

Frankreich ruft zur Mäßigung

Die USA - ein Verbündeter Kolumbiens beim Kampf gegen die Rebellen - teilten mit, man beobachte die Situation aufmerksam nach Chavez' "seltsamer Reaktion". Frankreich rief alle Seiten zur Mäßigung auf. Experten nannten einen bewaffneten Konflikt unwahrscheinlich. Angesichts der schwierigen Versorgungslage könnte Venezuela kaum auf die Lebensmittelimporte aus Kolumbien verzichten.

Die Farc ist die älteste linke Guerilla-Gruppe Lateinamerikas. Sie kontrolliert Teile des kolumbianischen Dschungels und hat zahlreiche Geiseln genommen, darunter auch die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt. Auf Vermittlung von Chavez waren zuletzt bei zwei Aktionen mehrere Geiseln freigekommen

Reuters/sh/tk Reuters

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