Südkorea reagiert Torpedo-Beschuss Seoul legt Handel mit dem Norden auf Eis


Als Reaktion auf den offenbaren Beschuss eines seiner Kriegsschiffe hat Südkorea Handelsbeschränkungen mit Nordkorea und eine Anrufung des UN-Sicherheitsrates angekündigt.

Als Reaktion auf den offenbaren Beschuss eines seiner Kriegsschiffe hat Südkorea Handelsbeschränkungen mit Nordkorea und eine Anrufung des UN-Sicherheitsrates angekündigt. Unter den gegebenen Umständen sei ein Austausch mit dem kommunistischen Norden unsinnig, deshalb werde der Handel auf Eis gelegt, sagte Präsident Lee Myung Bak am Montag in einer landesweit übertragenen Fernsehansprache. Unter anderem dürften Handelsschiffe aus dem Norden die südkoreanische Schifffahrtsrouten nicht mehr nutzen. Eine Ausnahme gebe es für das gemeinsam betriebene Industriegebiet Kaesong auf nordkoreanischer Seite und für humanitäre Hilfe für Kinder im Norden.

In der Fernsehansprache kündigte Präsident Lee ferner an, sein Land werde sich Provokationen aus dem Norden fortan nicht mehr gefallen lassen und dabei auch auf aktive Abschreckung setzen. Gleichzeitig kündigte Lee an, das Militär zu reformieren und aufzurüsten. Seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-1953) sei sein Land immer wieder vom Norden provoziert worden, nun müsse Nordkorea einen Preis dafür bezahlen. Der Präsident verlangte von Pjöngjang eine Entschuldigung und die Bestrafung der Verantwortlichen.

US-Präsident Barack Obama hat Südkorea im Streit um den Untergang des Kriegsschiffs seine volle Unterstützung zugesagt. Das teilte das Weiße Haus am Montag mit. In China, dem wichtigsten Verbündeten Nordkoreas, wollte US-Außenministerin Hillary Clinton am Montag auf die Zustimmung zu weiteren Sanktionen gegen Pjöngjang drängen. Dazu seien auch Unterlagen über den Stand der Ermittlungen zum Beschuss des Kriegsschiffes "Cheonan" am 26. März ausgetauscht worden, verlautete aus diplomatischen Kreisen.

Ein internationales Ermittlerteam kam vergangene Woche zu dem Schluss, dass beim Untergang der Korvette alles auf einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff hinweise. Pjöngjang weist jede Schuld von sich.

AFP/APN

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