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Syrien: Schwedische Geiseln nach anderthalb Jahren befreit

2013 wurden zwei schwedische Missionare offenbar von der islamistischen Al-Nusra-Front in Syrien entführt. Jetzt kamen sie mithilfe der jordanischen und der palästinensischen Behörden wieder frei.

Die Schweden Martin Reen (l.) und Thomas Olsson wurden Medienberichten zufolge 2013 von der islamistischen Al-Nusra-Front in Syrien als Geiseln genommen.

Die Schweden Martin Reen (l.) und Thomas Olsson wurden Medienberichten zufolge 2013 von der islamistischen Al-Nusra-Front in Syrien als Geiseln genommen.

Rund anderthalb Jahre nach ihrer Entführung in Syrien sind zwei Schweden in ihre Heimat zurückgekehrt. Die beiden Männer seien nun bei ihren Familien in Schweden, teilte das Außenministerium in Stockholm am Sonntag mit. Sie waren Medienberichten zufolge im November 2013 von der islamistischen Al-Nusra-Front in Syrien entführt worden und kamen nach Angaben der schwedischen Regierung mithilfe der palästinensischen und jordanischen Behörden frei.

Schwedischen Medienberichten zufolge handelte es sich um zwei Männer im Alter von 50 und 33 Jahren. Die christliche Zeitung "Dagen" berichtete, sie seien im November 2013 als Geiseln genommen worden, als sie während eines Missionseinsatzes in Jordanien die Grenze zu Syrien überquerten. Sie gehören demnach einer Pfingstgemeinde in Nordschweden an.

"Nun wollen wir bei unseren Familien sein"

Einer der beiden, der 50-jährige Thomas Olsson, sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT: "Uns geht es den Umständen entsprechend gut und wir wollen allen danken, die daran beteiligt waren, uns frei zu bekommen. Nun wollen wir bei unseren Familien sein und unsere Kinder sehen." Olsson machte deutlich, dass er und die andere freigekommene Geisel, der 33-jährige Martin Reen, keine Fragen zu ihrer Gefangenschaft beantworten wollen.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström hatte am Samstag Jordanien und den Palästinensern für ihren Einsatz für die beiden Geiseln gedankt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas habe sich persönlich "entschlossen" für die beiden Schweden eingesetzt. Laut Wallström war auch die schwedische Polizei an den Verhandlungen über eine Freilassung der Geiseln beteiligt. Wo die zwei Männer gefangengehalten worden waren, wurde nicht mitgeteilt.

Ein ranghoher Vertreter des palästinensischen Geheimdienstes sagte, der Einsatz für die Geiseln habe nach einem Besuch von Abbas in Stockholm im Februar begonnen, dem die Anerkennung des Palästinenserstaates durch Schweden vorangegangen war. Anfang April sei es dem palästinensischen Geheimdienst gelungen, "direkten Kontakt" zu den Entführern aufzunehmen. In Abstimmung mit dem jordanischen Geheimdienst sei am Donnerstag vergangener Woche ein Einsatz zur Befreiung der Geiseln beschlossen worden.

Lösegeld wurde offenbar nicht gezahlt

Dazu reisten den Angaben zufolge palästinensische Spezialkräfte aus Jordanien nach Syrien. Dort hätten sie die Entführer von der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, überzeugt, die Geiseln freizulassen. Am Freitag seien die Geiseln dann an einem vereinbarten Standort abgeliefert worden. Von dort aus seien sie in die schwedische Botschaft in der jordanischen Hauptstadt Amman und am Samstag dann schließlich zurück nach Schweden gebracht worden.

Auch die palästinensische Botschafterin in Schweden, Hala Husni Faris, sagte der Nachrichtenagentur TT, dass die Schweden von der Al-Nusra-Front entführt worden seien. Sie wurden demnach in der Nähe der jordanischen Grenze festgehalten. Ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums wollte sich nicht zu Einzelheiten äußern, versicherte aber, dass kein Lösegeld gezahlt worden sei.

jube/AFP / AFP