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Syrien UN-Beobachter können Gewalt nicht stoppen


Die ersten Beobachter der Vereinten Nationen sind im Land. Dennoch geht das Töten in Syrien weiter. Allein am Montag starben nach Angaben von Oppositionellen 60 Menschen - darunter viele Zivilisten.

Das kleine Vorauskommando der UN-Beobachter in Syrien kann die Massaker und Verhaftungen nicht verhindern. Aktivisten meldeten, allein am Montag seien landesweit mehr als 60 Menschen von den Truppen des Regimes getötet worden. Am Dienstag habe die Armee Ziele im Umland von Hama und in Homs angegriffen, in Damaskus explodierte laut einem TV-Bericht eine Autobombe, wodurch ein Mensch starb und drei verletzt wurden. In der Provinz Idlib seien 15 Soldaten gemeinsam desertiert. UN-Untergeneralsekretär Lynn Pascoe hatte am Montag im Weltsicherheitsrat erklärt, die schweren Menschenrechtsverletzungen hielten trotz der Einigung über eine "Waffenruhe" an.

Bislang sind in Syrien lediglich acht Beobachter im Einsatz, von denen zwei dauerhaft in der Protesthochburg Homs stationiert sind. Die anderen UN-Militärbeobachter fuhren am Dienstag nach Angaben von Augenzeugen in die Provinz Idlib, ins Umland von Damaskus und in die Provinz Aleppo. Am Abend wurden drei weitere unbewaffnete Beobachter erwartet. In den kommenden Tagen werde ihre Zahl auf 30 ansteigen, sagte ein UN-Sprecher in Damaskus.

Oppositionelle in Haft

Oppositionelle meldeten, in der Nacht sei der Kommunist Salama Kila in seinem Haus verhaftet worden. Der gebürtige Palästinenser hatte wegen seiner politischen Überzeugung bereits früher in Syrien im Gefängnis gesessen.

Menschenrechtler forderten unterdessen die Freilassung der Autorin Marie Issa, die am 14. April zusammen mit ihrem Ehemann, dem Arzt Joseph Nachle, in ihrem Haus in einem Vorort von Damaskus verhaftet worden war. Angeblich wirft man dem christlichen Ehepaar vor, verwundete "Terroristen" behandelt zu haben.

dho/DPA/AFP DPA

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