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Bürgerkrieg in Syrien UN-Mission mit Hindernissen


Die Waffenruhe in Syrien wird zu Farce: Die Gewalt klingt auch zwei Wochen nach ihrem offiziellen Beginn nicht ab. Nur wenige Beobachter der UN sind bereits im Land. Erst in einem Monat soll Verstärkung eintreffen.

Zwei Wochen nach ihrem offiziellen Beginn ist von der Waffenruhe in Syrien nichts mehr zu spüren. Regimegegner berichteten am Donnerstag, am Vortag seien landesweit 102 Menschen getötet worden. Allein in der Stadt Hama, wo nach Einbruch der Dunkelheit eine Rakete eingeschlagen sei, wurden demnach 71 Tote gezählt.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana veröffentlichte indes Fotos von getöteten und schwer verletzten Kindern, die Opfer einer "terroristischen Bande" geworden seien. Laut Sana explodierte in einem Haus in einer Bombenwerkstatt der "Terroristen" in Hama versehentlich ein Sprengsatz, wobei 16 Menschen ums Leben gekommen seien. Am Donnerstagmorgen soll es laut Aktivisten sieben weitere Todesopfer in den Provinzen Deir as-Saur, Aleppo und Homs gegeben haben.

Die Mission der unbewaffneten UN-Militärbeobachter, die zur Beobachtung der Waffenruhe nach Syrien geschickt worden sind, entwickelt sich derweil immer mehr zu einer "Mission Impossible". Ihr Einsatz ist riskant, da in dem Konflikt auch schwere Waffen eingesetzt werden.

UN-Mission kommt nur schleppend voran

Nach den Berichten über das neue Blutbad in Hama wurden zwei UN-Beobachter dauerhaft in die Stadt entsandt, so wie es vorher schon in Homs geschehen war. Nach Angaben eines UN-Sprechers sollen, wenn die Zahl der Beobachter wächst, auch in den Provinzen Daraa und Idlib UN-Beobachter permanent stationiert werden. Derzeit ist nur ein Vorauskommando von 15 Beobachtern im Land. Die ersten 100 Experten der vom Sicherheitsrat beschlossenen 300-Mann-Beobachtermission würden erst in einem Monat in Syrien eintreffen, berichteten Diplomaten am Donnerstag in New York.

Hintergrund für die Verzögerung sind offenbar technisch-logistische Schwierigkeiten bei der Vorbereitung. Beobachter mit entsprechender Qualifikation müssten zunächst von den entsendenden Ländern ausgesucht und den Vereinten Nationen benannt werden. Anschließend müsse das Personal von den UN auf den Einsatz vorbereitet werden. Zudem benutzen die UN-Beobachter gepanzerte Fahrzeuge, deren Transport nach Syrien mit großem Aufwand verbunden ist.

Aber auch seitens der syrischen Regierung gibt es Widerstand: Diese behält sich vor, Beobachter aus Nationen abzulehnen, die dem Regime von Präsident Baschar al Assad angeblich feindlich gesinnt sind. Die Verweigerung eines Visums für einen schwedischen Beobachter war in einer geschlossenen Sitzung des Sicherheitsrates auf heftige Kritik gestoßen.

liri/DPA DPA

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