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Bürgerkrieg in Syrien Hinter dem Rücken der Beobachter wird gemordet


Die vom Uno-Sicherheitsrat auf den Weg gebrachte Beobachtermission in Syrien funktioniert nicht: Die Waffenruhe in dem Land ist niemals wirklich in Kraft getreten. Während die Blauhelme versuchen die Lage zu überblicken, geht das Töten weiter.

Die Zweifel an einem Erfolg der UN-Beobachtermission in Syrien wachsen mit jedem Tag. Oppositionelle behaupteten am Mittwoch, auf jeden Besuch der Beobachter in einer Stadt oder einem Dorf folge eine Bestrafungsaktion der Regierungstruppen in dem Gebiet. Mehrfach seien dabei Massaker verübt worden. Der Sondergesandte Kofi Annan hatte am Dienstag im UN-Sicherheitsrat erklärt, die Waffenruhe in Syrien sei sehr wackelig, die Lage insgesamt "düster".

In einem Internet-Forum der syrischen Opposition wurde kritisiert, die Beobachter hätten sich bei einem Besuch in der vormals umkämpften Ortschaft al Sabadani geweigert, Listen mit den Namen von Gefangenen und andere Dokumente der Bewohner entgegenzunehmen.

Die Zahl der Militärbeobachter zur Überwachung der Waffenruhe ist nach Angaben eines UN-Sprechers in Damaskus von 8 auf 15 gestiegen. Unter den Neuankömmlingen seien zwei Chinesen.

Hunderte Beobachter sollen folgen

Nachdem das Regime von Präsident Baschar al Assad zunächst eingewilligt hatte, 250 internationale Beobachter ins Land zu lassen, wurde diese Zahl später auf 300 aufgestockt. Möglicherweise soll das zusätzliche Kontingent aus Russland, China und anderen Staaten kommen, die gute Beziehungen zu Assad unterhalten.

Am Dienstag wurden nach Angaben von Aktivisten 33 Menschen von Regierungstruppen getötet. Am Mittwoch wurden ihren Informationen zufolge die Angehörigen von zwei jungen Männern von Mitarbeitern eines staatlichen Krankenhauses aufgefordert, die Leichen ihrer 16 und 19 Jahre alten Söhne abzuholen. Diese seien zwei Tage zuvor auf einer Straße unweit von Aleppo festgenommen worden.

kave/DPA DPA

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