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Terroranschlag in Tunesien: Noch keine Gewissheit über deutsche Tote

Außenminister Steinmeier kann noch nicht bestätigen, ob sich ein Deutscher unter den 19 Terroropfern befindet. Mutmaßlich islamistische Terroristen hatten das Nationalmuseum in Tunis angegriffen.

Tunesische Sicherheitskräfte sichern den Ort des Anschlags am Nationalmuseum in Tunis

Tunesische Sicherheitskräfte sichern den Ort des Anschlags am Nationalmuseum in Tunis

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich zurückhaltend zu tunesischen Angaben geäußert, nach denen mindestens ein Deutscher bei dem Terroranschlag in Tunis getötet wurde. Er könne das nicht ausschließen, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. "Gewissheit haben wir darüber noch nicht", fügte er aber hinzu. "Unsere Botschaft in Tunis arbeitet gemeinsam mit den tunesischen Behörden daran, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen."

Der spanische Außenminister bestätigte den Tod von zwei spanischen Passagieren zweier Kreuzfahrtschiffe, das italienische Außenministerium berichtete von drei getöteten und sechs verletzten Italienern. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos sprach zudem von zwei getöteten Kolumbianern.

Tunesiens Ministerpräsident Habib Essid hatte zuvor gesagt, dass bei dem blutigen Terroranschlag auf das Nationalmuseum im Herzen der Hautstadt Tunis mindestens 21 Menschen aus Tunesien, Deutschland, Polen, Italien und Spanien getötet worden seien. Täter in Uniformen hätten mit Schnellfeuergewehren 19 Menschen getötet, darunter 17 Touristen. Auch zwei Attentäter seien umgekommen. Nach drei Terroristen werde noch gefahndet.

Steinmeier verurteilte den Anschlag scharf. "Es ist ein feiger Angriff auf uns alle und eine abscheuliche Verletzung aller Werte von Menschlichkeit", sagte er. Falls die Terrorattacke das Ziel gehabt haben sollte, die tunesische Demokratie aus dem Tritt zu bringen, dann sei er fest überzeugt: "Das wird nicht gelingen, und es darf nicht gelingen." Deutschland stehe an der Seite Tunesiens.

tis/DPA / DPA