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Medienbericht: Thalys-Attentäter wurde im Mai in Berlin kontrolliert - und laufen gelassen

Bei einer Passkontrolle am Berliner Flughafen Tegel war der Thalys-Attentäter den deutschen Behörden ins Netz gegangen. Sie fanden aber nichts Verdächtiges gefunden - und ließen ihn laufen.

Der Marokkaner Ayoub El Khazzani war bei Geheimdiensten mehrerer europäischer Länder als Islamist registriert

Ayoub El Khazzani will lediglich einen Raubüberfall geplant haben

Der schwerbewaffnete Angreifer in einem Thalys-Schnellzug von Amsterdam nach Paris ist einem Medienbericht zufolge im Mai auf dem Flughafen Berlin-Tegel intensiv kontrolliert und befragt worden. Der 25-jährige Ayoub El Khazzani sei am 10. Mai von Berlin nach Istanbul geflogen, berichtete die RBB-"Abendschau" am Montag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Es sei aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Der Bundespolizei habe die rechtliche Handhabe gefehlt, El Khazzani festzuhalten. Deshalb habe der Marokkaner das Land verlassen dürfen.

Bei der Passkontrolle hatte es den Angaben zufolge stillen Alarm gegeben. El Khazzani sei von den französischen Behörden zu einer verdeckten Kontrolle ausgeschrieben gewesen, er sei aber nicht als sogenannter Foreign Fighter klassifiziert gewesen. Er sei auch den deutschen Behörden als gefährlicher Dschihadist bekannt gewesen. Wie lange er sich in Berlin aufgehalten und ob er dort Kontakte zu Islamisten unterhalten habe, sei nicht bekannt.

El Kazzani weist islamistisches Motiv zurück

Der mit einem Schnellfeuergewehr bewaffnete El Khazzani war am Freitag in dem Thalys-Schnellzug von mehreren Mitreisenden überwältigt worden. Die Ermittler vermuten, dass der den Geheimdiensten als Islamist bekannte Mann während der Fahrt einen Anschlag verüben wollte. Der 25-Jährige wies dies bislang zurück und spricht von einem versuchten Raub.

Weiter wurde am Montag bekannt, dass El Khazzani zu Beginn des Jahres 2014 zwei Monate lang in Frankreich arbeitete. Dies bestätigte Alain Jochimek, Chef des Mobilfunkbetreibers Lycamobile. Da der Marokkaner aber nicht die nötigen Papiere vorgelegt habe, sei das Arbeitsverhältnis wieder aufgelöst worden. Die Lycamobile-Angaben sind die erste Bestätigung dafür, dass El Khazzani sich in Frankreich aufhielt.

tis / AFP