Todesstrafe Schwarzenegger bleibt "Terminator"


Arnold Schwarzenegger hat das Gnadengesuch des US-Todeskandidaten Stanley "Tookie" Williams abgelehnt. Sollte nicht noch ein Bundesgericht in letzter Minute einschreiten, wird der 51-jährige am 13. Dezember, 9:01 Uhr (MEZ) hingerichtet.

Das teilte ein Sprecher des kalifornischen Gouverneurs am Montag wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung mit. Schreitet nicht noch in letzter Minute ein Bundesgericht ein, wird der verurteilte Mörder und Kinderbuchautor kurz nach Mitternacht Ortszeit (Dienstag.09.01 Uhr MEZ) im San-Quentin-Gefängnis bei San Francisco hingerichtet. Es ist Schwarzeneggers dritte Ablehnung eines Gnadengesuchs seit seinem Amtsantritt.

Für Williams hatten sich Hollywood-Stars eingesetzt, 50.000 Menschen unterzeichneten eine Petition. Seine Anhänger hatten sich in einem Brief noch einmal direkt an Schwarzenegger gewandt. Sie erklärten, es sei ein neuer Zeuge aufgetaucht, der die Unschuld des Verurteilten beweisen könne. Doch der Gouverneur ließ sich nicht umstimmen und lehnte am Montag ein Gnadengesuch ab. Die Faktenlage erlaube es nicht, die Entscheidung des Gerichts zu überstimmen, argumentierte er. Schwarzenegger hätte die Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe umwandeln können.

Stanley "Tookie" Williams wurde mit seinen Kinderbüchern bekannt, in denen er vor dem Hintergrund seiner eigenen Banden-Erfahrung Gewalt anprangert. Dafür ist der 51-jährige fünf Mal für den Friedensnobelpreis und vier Mal für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen worden.

Stanley Williams' kriminelle Biografie reicht zurück bis ins Jahr 1971: Als Siebzehnjähriger gründete er damals mit einem Schulfreund in Los Angeles die Jugendgang "Crips". Nach zehn gewalttätigen Jahren als Chef der Bande war Williams 1981 wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Zwar beteuert er bis heute seine Unschuld bezüglich der Mordtaten, doch auf rechtlichem Wege konnte er das Urteil bis heute nicht anfechten. Der Oberste Gerichtshof lehnte erst kürzlich eine weitere Anhörung in dem Fall ab.

Bücher aus der Todeszelle

In der Todeszelle des Gefängnisses von San Quentin bei San Francisco brachte sich Williams Lesen und Schreiben bei und machte sich als Schriftsteller einen Namen. "Er hat vor 15 Jahren eine große Veränderung durchgemacht und seither jungen Menschen geholfen", sagte Williams Anwalt Peter Fleming der "Los Angeles Times". In den Texten erzählt der frühere Bandenchef von seiner Zeit in San Quentin. Damit verbindet er einen Appell an Jugendliche, sich nicht auf Drogen, Waffen und Gangs einzulassen und aus seinen Fehlern zu lernen. Mit seinen leider nur in englischer Sprache erhältlichen Büchern, darunter "Life in Prison", hat er mehrere Literaturpreise gewonnen.

Der letzte kalifornische Gouverneur, der einen Todeskandidaten begnadigte, war Ronald Reagan im Jahr 1967. Williams wäre der zwölfte Verurteilte, der seit Wiedereinführung der Todesstrafe in Kalifornien 1977 hingerichtet wird.


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