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Transnistrien will Anerkennung durch Russland: Russischer Politiker schmuggelt Petitionen aus Moldau

Die Ukraine-Krise rückt an die Grenze Moldaus heran. Die abtrünnige Republik Transnistrien kämpft für die Anerkennung durch Russland. Entsprechende Petitionen gelangten nun nach Moskau.

Der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin hat nach eigenen Angaben nach seinem Besuch in Transnistrien eine Petition nach Moskau geschmuggelt, in der eine Anerkennung des von Moldau abtrünnigen Gebiets durch Russland gefordert wird. Trotz einer Durchsuchung durch Sicherheitskräfte am Flughafen der moldauischen Hauptstadt Chisinau habe er einen Großteil von Kisten mit Unterschriften zu der Petition außer Landes bringen können, schrieb Rogosin auf Facebook. Moldau habe nur einen "unbedeutenden Teil" der Ladung beschlagnahmen können.

Rogosin hatte das an die Ukraine grenzende Transnistrien am Freitag besucht, um einer Militärparade zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs beizuwohnen. Das Gebiet hatte im Jahr 1990 seine Unabhängigkeit von der Republik Moldau erklärt. Der Großteil der Bevölkerung ist russischsprachig.

Der russische Vizeregierugnschef warnte Moldau, dass die Beschlagnahme eines Teils der Petition "schwerwiegende Konsequenzen für unsere beiderseitigen Beziehungen haben" werde. Rogosin sprach von einer "Provokation". Die moldauische Regierung bestätigte am Samstagabend, dass Materialien beschlagnahmt worden seien. Sie verurteilte zugleich Rogosins "unproduktive" Handlungen und "provozierende Erklärungen zu Moldau".

Russland hat seit mehr als zwei Jahrzehnten Truppen in Transnistrien stationiert. Sie gehören teils zusammen mit Soldaten aus Moldau und Transnistrien zu einer trinationalen Friedenstruppe, die seit dem Ende blutiger Kämpfe um das Gebiet im Jahr 1992 die Konfliktzone überwacht. Allerdings hält Moskau gegen den Willen der Regierung von Moldau noch immer eigene Soldaten und Waffenvorräte dort zurück - trotz einer im Jahr 1999 getroffenen Rückzugsvereinbarung.

ivi/AFP / AFP