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Treffen der Arabischen Liga Syrien lästert über Gipfel der Regierungschefs


Die Arabische Liga ist zu ihrem ersten Gipfeltreffen seit Beginn des arabischen Frühlings zusammengekommen. Syrien macht den Gipfel schlecht, denn Präsident Baschar al Assad darf nicht teilnehmen.

Zum ihrem ersten Gipfeltreffen in Bagdad seit mehr als 20 Jahren sind am Donnerstag erste Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga in der irakischen Hauptstadt eingetroffen. Der syrische Präsident Baschar al Assad leidet offensichtlich darunter, dass er an dem Gipfel in Bagdad nicht teilnehmen darf. Die halbamtliche syrische Zeitung "Al Thawra" schrieb am Donnerstag, die syrische Führung sei zwar nicht eingeladen worden, aber das Thema Syrien werde diesen "Gipfel des leeren Geschwätzes" trotzdem beherrschen. An Syrien werde niemand vorbeikommen, wenn Assad nicht eingeladen werde. Der Beginn des Gipfeltreffens, zu dem sich nur neun Staatschefs angekündigt hatten, verzögerte sich am Donnerstagmorgen wegen der verspäteten Ankunft einiger Delegationen.

Assad hatte bei früheren Gipfeltreffen stets lange Vorträge über den arabischen Nationalismus und den Nahost-Konflikt gehalten, die einige Teilnehmer als ermüdend empfanden. Im vergangenen Jahr hatte die Liga die Mitgliedschaft Syriens wegen der brutalen Unterdrückung der Protestbewegung eingefroren.

Im Mittelpunkt des Treffens soll die Lage in Syrien stehen, wo Assad seit gut einem Jahr Oppositionsproteste blutig niederschlagen lässt. Angesichts großer Meinungsunterschiede unter den arabischen Staaten wird allerdings nicht mit einer schlagkräftigen Resolution auf der Grundlage eines Vorschlags der Golfstaaten gerechnet. Es soll zwar einen förmlichen Beschluss geben, in dem jedoch nicht der Rücktritt Assads gefordert werden dürfte.

Tod zweier britischer Journalisten bestätigt

Unterdessen töteten Deserteure in der syrischen Provinz Hama am Donnerstag nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter zwei Soldaten der Regierungstruppen. Angriffe der Armee wurden von Aktivisten aus den Provinzen Damaskus-Land und Idlib gemeldet. Landesweit starben den Angaben zufolge sieben Zivilisten.

Die Organisation Komitee für den Schutz von Journalisten (CPJ) bestätigte unterdessen den Tod von zwei britischen Journalisten algerischer Abstammung, die in Idlib eine Dokumentation gedreht hatten. Aktivisten hatten bereits zuvor gemeldet, dass Walid Bledi und Nasim Intriri von den Truppen des Regimes getötet worden waren. Unklar ist bislang die Identität eines weiteren Journalisten, der bei dem Angriff am Montag in der Ortschaft Darkusch nahe der türkischen Grenze verletzt worden sein soll.

kave/AFP/DPA DPA

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