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Türkei: Sechs Tote bei Schießerei vor US-Konsulat

Bei einer Schießerei vor dem amerikanischen Konsulat in Istanbul sind sechs Menschen getötet worden, darunter drei Polizisten. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, als vier Männer aus einem Auto das Feuer auf die Wachleute eröffneten.

Bei einem Feuergefecht vor dem Haupttor des US-Konsulats in Istanbul sind am Mittwoch drei Polizisten und drei Angreifer getötet worden. Mindestens zwei andere Polizisten wurden verletzt. Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus. Einer der insgesamt vier Attentäter soll geflohen sein. Wer hinter der Tat steckt, war zunächst offen. In den vergangenen Jahren haben unter anderem Linksextremisten, Kurden und Islamisten Anschläge in der türkischen Metropole verübt.

Nach Augenzeugenberichten war am Mittwochvormittag ein mit vier Männern besetztes weißes Auto am Eingang des im europäischen Teil Istanbuls gelegenen US-Konsulats vorgefahren. Dann seien drei der Insassen ausgestiegen und hätten das Feuer auf die Polizisten vor dem Eingang der US-Vertretung eröffnet. Die Schützen hätten sich sieben bis acht Minuten lang ein Feuergefecht mit den Beamten geliefert. Fernsehsender zeigten Bilder von Opfern auf dem Pflaster. Zu sehen waren Helfer, die versuchten, einen Menschen wiederzubeleben.

Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Aykut Cengz Engin waren die Angreifer zwischen 25 und 30 Jahre alt und mit Pistolen und Schnellfeuergewehren bewaffnet. "Wir gehen von einem Terroranschlag aus", sagte Engin am Tatort. Es werde geprüft, ob die Angreifer Kontakte zu einer bekannten Terrorgruppe hatten.

"Niederträchtiger und feiger Akt"

Der US-Botschafter in der Türkei, Ross Wilson, sagte, amerikanisches Personal des Konsulats sei nicht zu Schaden gekommen. Die US-Botschaft habe auch in jüngster Zeit keinerlei Anschlagsdrohung erhalten. Das US-Konsulat in Istanbul liegt auf einem Berg im Vorort Istinye und ist scharf gesichert. Wilson bezeichnete die Tat "als niederträchtigen und feigen Akt". US-Sicherheitsspezialisten würden eng mit den türkischen Behörden zusammenarbeiten. Er habe zusätzliches Sicherheitspersonal für die diplomatischen Vertretungen der USA in der Türkei angefordert.

In Istanbul hat es mehrfach Anschläge gegeben. Bei der verheerendsten Bluttat der vergangenen Jahre waren 35 Menschen getötet worden, als am 20. November 2003 vor dem britischen Generalkonsulat und einer britischen Bank Bomben explodierten. Für diese Anschläge waren sieben Mitglieder einer türkischen El-Kaida- Zelle zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

DPA/Reuters / DPA / Reuters