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TV-Interview: Bush bedauert Misshandlungen

US-Präsident George W. Bush hat in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender El Hurra die Misshandlungen irakischer Gefangener in US-Militärgefängnissen im Irak bedauert und als "abscheulich" bezeichnet.

US-Präsident George W. Bush hat nach dem Folterskandal im Irak versucht, die arabische Welt von den guten Absichten der amerikanischen Soldaten im Irak zu überzeugen. "Das war schrecklich", sagte er am Mittwochabend in einem Interview mit dem arabischen Nachrichtensender El Arabija auf eine Frage nach der Misshandlung irakischer Gefangener im Gefängnis von Abu Ghoreib. Es sei aber sehr wichtig für die Araber zu verstehen, dass die Mehrheit der Soldaten im Irak «anständige Menschen» seien. "Wir tolerieren diese Art von Misshandlungen nicht", fügte er hinzu.

Anschließend versuchte Bush Kommentare zu entkräften, in denen die Misshandlung der Gefangenen mit der früheren Folter durch die Schergen von Ex-Diktator Saddam Hussein verglichen worden war. Der größte Unterschied sei, dass ein Diktator keine Fragen über Grausamkeiten in den Gefängnissen beantworte und niemanden dafür zur Verantwortung ziehe. In den USA ziehe man "bei einer Angelegenheit von dieser Tragweite" dagegen ernste Konsequenzen.

Falludscha kein Beweis für amerikanische Niederlage

Die Frage, ob die Übergabe der Kontrolle an eine irakische Sicherheitstruppe im westirakischen Falludscha ein Beweis für eine Niederlage der US-Armee sei, verneinte der US-Präsident. "Die Strategie in Falludscha ist es, die Iraker in die Lage zu versetzen, die Sicherheitslage selbst in den Griff bekommen", sagte Bush. Die Einwohner von Falludscha seien selbst darin interessiert, die ausländischen Extremisten loszuwerden, die sich in ihrer Stadt eingenistet hätten.

Zur Taktik der US-Armee in Bezug auf den radikalen Schiiten-Prediger Muktada el Sadr erklärte Bush, dies sei eine Angelegenheit, mit der sich die Iraker selbst befassen sollten. Er versicherte, die US-Armee werde die heiligen Stätten der Schiiten nicht antasten.

Bush bekräftigte zudem seine Entschlossenheit im Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida. "Ich werde nie vergessen, was sie uns angetan haben", sagte er. Die Terroristen hätten am 11. September 2001 Tausende Amerikaner getötet, "weil sie uns hassen und weil sie die Freiheit hassen".

DPA / DPA