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Über 100 Tote: Blutige Anschlagsserie erschüttert Irak

Bei einer Anschlagsserie im Irak sind im Laufe dieses Montags mindestens 107 Menschen ums Leben gekommen. Es ist einer der gewalttätigsten Tage im Irak seit Monaten.

Eine blutige Welle der Gewalt hat drei Tage nach Beginn des Fastenmonats Ramadan den Irak erschüttert. Bei 27 Anschlägen und Angriffen wurden am Montag mindestens 107 Menschen getötet, 216 weitere erlitten Verletzungen. Es war einer der gewalttätigsten Tage im Irak seit mehr als zwei Jahren.

Allein 15 irakische Soldaten starben, als Bewaffnete eine Kaserne in der Ortschaft Al Duluija, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, überfielen. Die Aufständischen beschossen das Militärlager mit Granaten und drangen anschließend darin ein, bestätigten Sicherheitsquellen in der Provinzhauptstadt Tikrit.

In Bagdad wurden bei mehreren Bombenanschlägen mindestens 14 Menschen getötet und 77 weitere verletzt. Sprengkörper explodierten in der Schiiten-Vorstadt Sadr City und in den Vororten Husseinija und Tadschi. In der nördlichen Metropole Mossul starben bei Anschlägen und Schießereien mindestens acht Menschen, unter ihnen sechs Sicherheitsbeamte.

Westerwelle verurteilt Anschlagserie

In der zentralirakischen Provinz Dijala starben bei Autobombenanschlägen in der Hauptstadt Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, sowie in Chan Bani Saad, 30 Kilometer nördlich von Bagdad, mindestens sechs Menschen. 32 weitere erlitten Verletzungen, berichtete die Polizei in Bakuba.

In der nordirakischen Erdölstadt Kirkuk explodierten acht Autobomben. Sie töteten mindestens acht Menschen und verletzten weitere 35. Bei Anschlägen am Sonntag waren im Irak insgesamt zwölf Menschen getötet worden.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Anschlagsserie. Ziel der "durch nichts zu rechtfertigenden Bluttaten ist es, die Stabilisierung und wirtschaftliche Entwicklung" im Irak zu untergraben, erklärte Westerwelle in Berlin. Es dürfe nicht gelingen, die in den vergangenen Monaten erzielten Erfolge bei der Stabilisierung der Sicherheitslage zunichte zu machen.

kgi/DPA/AFP / DPA