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Überfall auf Reisegruppe in Äthiopien Angreifer töten fünf Europäer


Äthiopiens Regierung hat die Nationalitäten der bei einem Überfall ums Leben gekommenen Touristen korrigiert. Entgegen erster Angaben sollen sich unter den Toten zwei Deutsche befinden. Die weiteren Opfer stammen aus Ungarn und Österreich.

Bei dem Überfall auf europäische Touristen in Äthiopien sind nach offiziellen Angaben aus dem afrikanischen Land zwei Deutsche getötet worden. Ein Sprecher der Regierung in Addis Abeba teilte am Mittwoch weiter mit, dass auch zwei Ungarn und ein Österreicher bei dem Angriff ums Leben gekommen seien. Die Angreifer hätten außerdem je zwei Bundesbürger und Einheimische verschleppt. Ein Italiener und ein Ungar waren bei dem dem Überfall verletzt worden. Einer der Reisenden sei den Angreifern unverletzt entkommen. Das Auswärtige Amt, das einen Krisenstab eingerichtet hat, bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Der Regierungssprecher warf dem verfeindeten Nachbarland Eritrea vor, die Angreifer unterstützt zu haben. Es habe sich um von der Regierung Eritreas ausgebildete "Terrorgruppen" gehandelt, welche die Grenze zu Äthiopien überquert und die Touristen angegriffen hätten.

BKA-Präsident Jörg Ziercke, der mehrere Beamte nach Äthiopien entsandte, sagte dagegen, wer hinter der Attacke stecken könnte, sei noch unklar. "Es gibt Vermutungen, dass es Rebellen sein könnten, aber da wäre ich sehr vorsichtig, das müssen die weiteren Ermittlungen ergeben." Die Lage sei derzeit sehr unübersichtlich. "Wir müssen sehr vorsichtig sein. Das Lagebild ist sehr diffus im Moment. Wir kennen die Hintergründe noch nicht, wieso es dazu kommen konnte und von daher müssen wir vielleicht noch ein, zwei Tage warten, bis wir konkrete Informationen liefern können."

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die Region

Die Touristen waren am Montag in der abgelegenen Afar-Region im Nordosten des Landes nahe der Grenze zu Eritrea bei der Besichtigung des Vulkans Erta Ale überfallen und getötet worden. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein.

In die unwirkliche Gegend wagen sich normalerweise außer den Einheimischen nur Forscher, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Abenteuer-Touristen. Berühmt ist das Gebiet für die sogenannte Danakil-Senke, ein unter dem Meeresspiegel gelegenes Gebiet mit Salzminen sowie Vulkanen und einer der heißesten Orte der Erde. Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reisehinweisen davor, dass es in dem Gebiet um den Vulkan zu Überfällen durch Banditen und örtliche Untergrundorganisationen sowie zu Entführungen kommen kann.

jwi/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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