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Ukraine-Krise: Separatisten melden Abschuss von Militärflugzeug

Prorussische Kämpfer behaupten, im Osten der Ukraine ein Militärflugzeug abgeschossen zu haben. Zuvor hatte die Armee ein Flugzeug als vermisst gemeldet. Nun droht eine neue Eskalation.

Die Separatisten im Osten der Ukraine haben nach eigenen Angaben erneut ein Militärflugzeug abgeschossen. Vor dem Aufprall der Transportmaschine auf dem Boden seien drei Fallschirme am Himmel gesichtet worden, das Gebiet werde nun nach Überlebenden abgesucht, erklärten die Separatisten am Montag. Zuvor hatte die ukrainische Armee ein Flugzeug vom Typ AN-26 als vermisst gemeldet, das bis zu 20 Menschen an Bord nehmen kann.

Zuvor hatte das Auswärtige Amt angesichts der Gefechte mit dutzenden Toten seine Forderungen nach einem Dialog der Konfliktparteien erneuert. Die Ereignisse am Wochenende zeigten, "wie brandgefährlich die Situation in der Ukraine ist", sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag in Berlin. Nur mit direkten Gesprächen zwischen der Regierung in Kiew und Vertretern aus dem Osten der Ukraine könne verhindert werden, dass die "brenzlige Lage" weiter eskaliere.

Nach Angaben der Bundesregierung befürwortet auch Russlands Staatschef Wladimir Putin einen solchen Dialog. Putin hatte sich am Sonntag am Rande des WM-Endspiels in Rio de Janeiro mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen. Beide seien sich einig gewesen, dass "möglichst bald direkte Gespräche zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten in Form einer Videokonferenz aufgenommen werden sollen", teilte Steffen Seibert anschließend mit. Die ukrainische Armee versucht seit der Einnahme der Rebellenhochburg Slawjansk auch die strategisch bedeutsamen Großstädte Donezk und Lugansk einzukesseln, um die Aufständischen von dort zu vertreiben. Am Wochenende lieferten sich beide Seiten erneut schwere Kämpfe, am Montag vermeldeten die Separatisten den Abschuss eines Militärflugzeuges.

she/AFP / AFP
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