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Podcast "Ukraine – die Lage" "Zerfallserscheinungen" bei russischer Armee: Militärexperte erwartet Rückeroberung von Cherson

Ein ukrainischer Soldat steht in einem Schützengraben auf einer Position, die von der ukrainischen Armee zwischen den Städten Mykolajiw und Cherson gehalten wird (Archivbild)
Ein ukrainischer Soldat steht in einem Schützengraben auf einer Position, die von der ukrainischen Armee zwischen den Städten Mykolajiw und Cherson gehalten wird (Archivbild)
© Genya Savilov / AFP
Die Ukraine könnte schon bald die südlich gelegene Stadt Cherson einnehmen, sagt Militärexperte Carlo Masala. Die Ukraine habe im August die Initiative im Krieg gewonnen und verliere sie nicht. 

Der Militärexperte Carlo Masala erwartet, dass die ukrainischen Truppen weitere besetzte Gebiete erobern und schon bald die Großstadt Cherson im Süden des Landes einnehmen. Masala sagte am Dienstag im stern-Podcast "Ukraine – die Lage", die Ukraine habe im August die Initiative im Krieg gewonnen und verliere sie nicht.

Masala: "Zerfallserscheinungen" bei russischer Armee

"Es gelingt den Russen nur sehr schwer bis überhaupt nicht, sich auf gesicherte Verteidigungspositionen zurückzuziehen", beobachtet der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München. "Die Strategie der Ukrainer, die Russen von der Logistik abzuschneiden, kommt nun vollends zum Tragen." Russische Stellungen könnten dadurch nicht mehr mit Munition und Nahrung versorgt werden. Viele Soldaten würden unter diesen Bedingungen nicht kämpfen, sondern sich zur Flucht entscheiden. Masala sagte, er sehe "Zerfallserscheinungen" bei den Teilen der russischen Armee, die in der Ukraine stehen.

Einnahme der Großstadt Cherson wahrscheinlich

Auch wenn es schwer sei, den weiteren Verlauf des Krieges vorherzusagen, erwarte er die Einnahme der Großstadt Cherson durch die Ukraine. "Was wir aus der Umgebung von Cherson hören, deutet sehr stark darauf hin, dass Cherson in den nächsten Tagen und Wochen aller Wahrscheinlichkeit nach fallen wird", sagte er. "Das hätte immense psychologische Wirkung." Aber es sei auch militärisch von großer Bedeutung. Die Ukrainer würden dann die Trinkwasserversorgung der Krim kontrollieren. Zudem werde eine Einnahme von Odessa durch die Russen unwahrscheinlicher. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die südliche Front der russischen Föderation kollabiert, ist sehr hoch", sagte er.

mth

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