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"Ukraine – die Lage" "Extrem gefährliche Situation": Militärexperte Masala warnt vor GAU durch Kämpfe an Atomkraftwerk

Ein russischer Soldat bewacht einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja in der Ukraine
Enerhodar, Ukraine. Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto, bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine. 
© Uncredited/AP / DPA
Der Militärexperte Carlo Masala warnt vor verheerenden Folgen der Gefechte in der Umgebung des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja. 

Der Militärexperte Carlo Masala hat vor verheerenden Folgen der Gefechte in der Umgebung des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja gewarnt. Masala sagte am Dienstag im stern-Podcast "Ukraine – die Lage", es sei eine "extrem gefährliche Situation, in der wir uns hier befinden". Was genau vorgehe, sei zwar nicht klar, aber "es finden dort Kämpfe statt, das ist sicher – und allein diese Tatsache macht es so hoch gefährlich".

Militärexperte Masala: Kampfhandlungen in der Ukraine könnten nach dem Sommer abflauen

Der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München sagte weiter, er wolle "nicht darüber spekulieren, wer das Atomkraftwerk beschießt". Hierzu gebe es keine unabhängigen Berichte. "Wenn es nicht die Ukrainer waren, dann ist es Teil der russischen Strategie, uns alle in Angst und Schrecken zu versetzen", sagte Masala. Er sprach sich dafür aus, der Internationalen Atomenergiebehörde eine Überprüfung der Anlage zu ermöglichen. "Man muss sich um dieses Problem nachdrücklich kümmern", betonte er.

Prof. Dr. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München
© Imago Images

Dr. Carlo Masala ist Professor für Internationale Politik an der Bundeswehruniversität München. 

Das neue und bislang größte Hilfspaket der USA für die Ukraine wertete Masala als Fortsetzung der bisherigen Unterstützung. Sie werde die Ukrainer befähigen, ihre Positionen zu verteidigen und den Russen Verluste zuzufügen. Aber sie werde die Ukrainer nicht in die Lage versetzen, große Offensiven durchzuführen.

Zugleich mache die Verlagerung russischer Einheiten aus dem umkämpften Donbass in den Süden deutlich, wie begrenzt die Zahl der russischen Truppen im Kriegsgebiet sei. Masala erwartet, dass die Kämpfe nach dem Sommer abflauen. Er sagte: "Irgendwann wird es anfangen zu regnen, dann wird der Boden schlammig, und dann werden die Kämpfe sich automatisch verlangsamen, weil das Gerät nicht mehr vernünftig funktioniert."

Dies könne zu einem Versuch Russlands führen, ein Ende der Kämpfe zu aus seiner Sicht günstigen Bedingungen anzustreben. "Wir kommen möglicherweise in eine Situation, dass im Herbst die Kämpfe weniger werden, in den westlichen Nationen die Preise explodieren, und Russland dann mit einem Waffenstillstand um die Ecke kommt", sagte er.

fs

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