UN-Klimakonferenz Umweltverbände appelieren an Merkel und Obama


Führende Umweltverbände haben US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgerufen, sich stärker als bisher für einen Erfolg der UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen einzusetzen.

Führende Umweltverbände haben US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgerufen, sich stärker als bisher für einen Erfolg der UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen einzusetzen. "Obama und Merkel müssen jetzt Kopenhagen zur Chefsache machen", forderte der Sprecher des internationalen Klimaschutzbündnisses AVAAZ am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit dem deutschen Bündnis Klimaallianz. Darin verwiesen die Umweltschützer auf eine aktuelle Umfrage des Instituts infratest dimap, wonach 90 Prozent der Deutschen dafür sind, dass Obama und Merkel persönlich an der Konferenz in Kopenhagen teilnehmen.

Der Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, sagte im Deutschlandradio Kultur, es sei trotz aller Hindernisse immer noch möglich, auf der Konferenz in Kopenhagen ein verbindliches, globales Klimaschutzabkommen zu erreichen, "auch wenn man nicht mehr alle Details davon zu Ende verhandeln kann". Bals wies darauf hin, es gebe für den Fall eines Scheiterns "keinen Plan B". Allerdings müsse Merkel ihr Engagement verstärken, erklärte Bals in Bonn: "Die Bundeskanzlerin kann die USA nur für mehr Engagement im Klimaschutz gewinnen, wenn sie mit gutem Beispiel vorangeht."

Der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber nannte es bedenklich, dass die Geschwindigkeit der politischen Entscheidungen zum Klimaschutz nicht mit dem Tempo der Veränderungen im Klimasystem Schritt halte. "Wir haben eine Ausnahmesituation vor uns, vergleichbar mit einem Krieg", sagte Schellnhuber im Düsseldorfer "Handelsblatt" vom Dienstag. Mit Blick auf Kopenhagen äußerte er sich skeptisch: "Das Erwartungsmanagement der verantwortlichen Politiker spricht im Moment gegen einen Gipfelerfolg." Eines sei jedoch gewiss: "Mit der Natur kann man nicht verhandeln."

In den vergangenen Tagen hatte es wiederholt skeptische Stimmen zu einem möglichen Erfolg in Kopenhagen gegeben, unter anderem vom Leiter des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer. Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif hatte dazu aufgerufen, sich nicht nur auf die UN-Konferenz zu konzentrieren, sondern auch unabhängig davon in den Industriestaaten einen ökologischen Strukturwandel einzuleiten.

Die globale Erwärmung ist ein zentrales Thema des Besuchs Merkels in Washington. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland rief aus diesem Anlass am Dienstag die Kanzlerin und Obama auf, "die Verhandlungen in Kopenhagen als starke Partner mit gemeinsamen Zielen voranzubringen". Die neue Bundesregierung müsse "klare Ziele und Kriterien für ein internationales Abkommen formulieren", auch um einen unkontrollierten Emissionsanstieg in den großen Schwellenländern wie Indien und China zu verhindern.

Unterdessen wurde auf einer UN-Tagung in Barcelona auf Fachebene weiter versucht, die Vorbereitung der Konferenz von Kopenhagen voranzubringen.

AFP AFP

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