UN-Korruptionsskandal Neue Vorwürfe gegen Annans Sohn


Der in einen Korruptionsskandal verwickelte Sohn des UN-Generalsekretärs Kofi Annan soll von einem Schweizer Unternehmen deutlich länger und mehr Geld erhalten haben, als bisher bekannt.

In der Korruptionsaffäre um das "Öl für Lebensmittel"-Programm für den Irak haben die Vereinten Nationen (UN) eine Verwicklung ihres Generalsekretärs Kofi Annan in neue Vorwürfe gegen dessen Sohn zurückgewiesen.

Kojo Annan habe zugegeben, seinen Vater in der fraglichen Angelegenheit getäuscht zu haben, sagte Annans Generalstabschef Mark Malloch Brown am Mittwoch in New York. Einem Zeitungsbericht zufolge soll Kojo Annan von einem Schweizer Unternehmen deutlich länger und mehr Geld erhalten haben, als bisher bekannt. Die Firma erhielt 1998 im Rahmen des Irak-Programms einen Auftrag. Der am Dienstag erwartete Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission werde Kofi Annan von allen Vorwürfen einer Verwicklung in die Auftragsvergabe freisprechen, sagte Malloch Brown weiter.

Kontakt zu Cotecna bestätigt

Malloch Brown bestätigte allerdings die Angaben der "Financial Times", wonach Kofi Annan zweimal Vertreter der Schweizer Firma Cotecna gesprochen hat, bevor der Auftrag vergeben worden war. Dabei sei es nicht um das “Öl für Lebensmittel“-Programm gegangen. Annans Sohn hatte zunächst angegeben, bei Cotecna lediglich ein Praktikum in West-Afrika absolviert und die Firma 1997 verlassen zu haben. Der "Financial Times" zufolge wurden die Zahlungen an Kojo Annan allerdings eine geraume Zeit danach noch beibehalten und summierten sich insgesamt auf 300.000 Dollar.

Am Dienstag legt die Untersuchungskommission unter Leitung des ehemaligen US-Notenbankchefs Paul Volcker ihre Ergebnisse vor. Im Rahmen des UN-Programms war es dem Irak unter Präsident Saddam Hussein zwischen Dezember 1996 und November 2003 gestattet, Öl zu exportieren und die Milliardeneinnahmen daraus für Lebensmittel und Medikamente zu verwenden. Es sollte die Auswirkungen der UN-Sanktionen abmildern, die Mitte der neunziger Jahre gegen den Golfstaat verhängt worden waren. Allerdings tauchten nach der US-Invasion im Irak vor zwei Jahren Unterlagen auf, nach denen Saddam Milliarden aus dem Programm abgezweigt hat, illegal Öl exportierte und internationale Vertreter bestochen hat.

Reuters Reuters

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