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Unruhen in Ägypten Tote bei Protesten gegen Militär-Regierung


Die Unruhen in Ägypten halten an. Am Montag setzte die Polizei auf dem Tahrir-Platz Tränengas gegen hunderte Demonstranten ein. Am Wochenende sollen bis zu 15 Menschen bei Protesten ums Leben gekommen sein.

Auf dem Tahrir-Platz in Kairo hat es am Montag erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die ägyptischen Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen die Protestierenden ein, die nach Angaben von Reportern ihrerseits mit Steinen warfen und versuchten zum Innenministerium zu marschieren. Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen zu sehen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden seit dem Wochenende in Kairo elf Zivilisten getötet. Bei Protesten in der Stadt Alexandria starb ein Mensch.

Die seit Freitagabend andauernden Auseinandersetzungen hatten in ihren Ausgang in einer Demonstration gegen die Militärherrschaft und die Übergangsregierung genommen, die von islamistischen Parteien organisiert worden waren. Die Islamisten hatten sich jedoch nach ihrer großen Protestkundgebung am Freitag zurückgezogen.

Zurück blieben am Freitagabend vorwiegend junge Demonstranten, die eine schnellere Übergabe der Macht vom Militär an eine zivile Regierung fordern. Sie erklärten, sie wollten den Platz erst wieder räumen, wenn ihre Forderungen erfüllt sind.

Wahl soll sich noch bis zum Januar hinziehen

Der Midan al-Tahrir (Platz der Befreiung) ist der geschäftige Mittelpunkt der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Sein Name erinnert an die Befreiung vom ägyptischen König Fuad II. im Jahr 1953 durch Offiziere um den späteren Präsidenten Gamal Abdel Nasser. Bis zur Niederlage Nassers im Sechs-Tage-Krieg gegen Israel 1967 beherrschte ein Denkmal des Machthabers den Platz. In den Wochen der Proteste gegen Präsident Husni Mubarak war der Platz das Zentrum der Demokratiebewegung.

Das Militär hatte nach der Entmachtung Mubaraks im Februar die Macht übernommen. Nächste Woche wird in Ägypten ein neues Parlament gewählt, doch die Wahl soll sich bis zum Januar hinziehen. Ein Termin für die Präsidentschaftswahl steht noch nicht fest.

kave/DPA/AFP DPA

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