US-Armee im Irak Go Big, Go Long, Go Home


Das US-Militär sucht intensiv nach einer neuen Strategie für den Irak. Drei Szenarien sind im Gespräch, als plakative Slogans nach amerikanischer Manier: "Go Big", "Go Home" und "Go Long". Dahinter verbirgt sich Abzug, Aufstockung - oder beides.

Angesichts der massiven Probleme im Irak sucht jetzt auch das amerikanische Militär intensiv nach einer neuen Strategie. Eine geheime, hochrangig besetzte Arbeitsgruppe des Generalstabs habe drei Optionen entwickelt: Vollständige Truppenabzug ("Go Home"), Truppenaufstockung ("Go Big") oder langfristige Stationierung ("Go Long"), berichtete die Zeitung "The Washington Post".

Nicht genügend Einsatzkräfte

"Go Home", also der rasche Abzug aller Soldaten aus dem Irak, sei verworfen worden, da dies vermutlich dazu führte, dass das Land am Golf vollständig in einen Bürgerkrieg versänke. Für die Option "Go Big", die Aufstockung der Truppen um Tausende Soldaten, seien nicht genügend Einsatzkräfte vorhanden.

Daher habe die Expertengruppe einen Mix aus Aufstockung und Abzug, "Go Long", entworfen: Langfristig solle die Präsenz von US-Kampfkräften reduziert, dabei aber Training und Beratung der irakischen Kräfte verstärkt werden. Das Truppenaufgebot würde jedoch zunächst für kurze Zeit um 20.000 bis 30.000 aufgestockt werden. Anschließend solle das Kontingent drastisch - auf etwa 60.000 Mann - schrumpfen. Angaben über Details machte die Washington Post nicht. Derzeit sind 140.000 US-Soldaten im Irak im Einsatz.

Demokraten kündigen Abzug an

Die Überprüfung der Möglichkeiten sei von Generalstabschef Peter Pace angeordnet worden. Die Arbeitsgruppe arbeite unabhängig von der so genannten Baker-Kommission des UN-Kongresses, die im Dezember Vorschläge für eine neue Irak-Strategie vorlegen will.

Die Demokraten, die diesen Monat bei den Kongresswahlen die Mehrheit errangen, haben angekündigt, in den nächsten Monaten für einen Abzug der US-Soldaten aus dem Irak zu sorgen.

Die nach Ansicht vieler Amerikaner gescheiterte Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush hatte wesentlich zu der Wahlniederlage seiner Republikanischen Partei beigetragen. Bush hatte sich bereits kurz nach der Wahl offen für Änderungen des Irak-Kurses gezeigt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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