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US-Außenminister: Colin Powell kündigt Rücktritt an

US-Außenminister Colin Powell hat seinen Rücktritt eingereicht. Als Nachfolger sind die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und UN-Botschafter John Danforth im Gespräch.

Außenminister Colin Powell und drei weitere Kabinettsmitglieder scheiden aus der US-Regierung aus. Sie reichten ihren Rücktritt ein, wie ein Regierungsvertreter in Washington mitteilte. Aus Kreisen des Außenministeriums verlautete, Powell werde voraussichtlich noch bis Januar im Amt bleiben. Als mögliche Nachfolger sind der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Danforth, sowie die Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice im Gespräch.

Neben Powell muss US-Präsident George W. Bush auch Landwirtschaftsministerin Ann Veneman, Bildungsminister Rod Paige und Energieminister Spencer Abraham ersetzen. Bereits vergangene Woche hatten Justizminister John Ashcroft und Handelsminister Donald Evans ihren Rücktritt eingereicht. Damit haben sich sechs der 15 Kabinettsmitglieder zum Ausscheiden aus der Regierung entschlossen.

Powell bleibt vorerst im Amt

Wie ein Gewährsmann aus dem US-Außenministerium sagte, erwartet Powell, dass er bis Januar im Amt bleibt. Bush wird am 20. Januar für eine zweite Amtszeit vereidigt. Zunächst war nicht klar, ob Powell das Kabinett vor oder nach diesem Datum verlassen will. Er werde gehen, sobald Bush über einen Nachfolger entschieden habe, hieß es in Regierungskreisen. Zuvor hatte Powell auf entsprechende Fragen stets betont, dass er bereit sei, im Amt zu bleiben. Die Entscheidung liege beim Präsidenten.

Schon lange gab es Gerüchte, dass Powell nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht. Es wurde aber spekuliert, dass er bis nach der für Ende Januar geplanten Wahl im Irak Außenminister bleiben wolle. Sein Einfluss im Kabinett war begrenzt; die meisten ranghohen Berater Bushs vertraten ebenso wie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld eine härtere Linie, und sie setzten sich häufig durch.

Powells Beziehungen zu Kollegen in aller Welt gelten allgemein als gut. Kritisch betrachtet wird allerdings sein Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat im Februar 2003, als er sich wegen angeblicher Massenvernichtungswaffen im Irak für eine militärische Intervention zum Sturz von Saddam Hussein einsetzte. Derartige Waffen wurden seither nicht entdeckt.

George Gedda/AP / AP