Condoleezza Rice Eine "Freundin Deutschlands"


In Deutschland wird die Bush-Entscheidung, Rice als Nachfolgerin von Außenminister Powell zu nominieren, als Chance für einen Neubeginn der Beziehungen zu den USA gesehen.

Die US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice soll Nachfolgerin von Außenminister Colin Powell werden. US- Präsident George W. Bush nominierte am Dienstag die 50 Jahre alte Politikwissenschaftlerin, die zu den entschiedenen Verfechtern der offensiven US-Außenpolitik und des Irakkriegs gilt. In Deutschland werteten Koalitionspolitiker die Personalentscheidung als Chance für einen Neubeginn in den transatlantischen Beziehungen.

Rice übernehme das Amt "in einer schwierigen Zeit. Die Nation ist im Krieg (...) gegen einen entschlossenen Gegner", sagte Bush. Er nannte sie eine «anerkannte Expertin in internationaler Politik». In den vergangenen vier Jahren habe er auf ihren Rat vertraut, von ihren "großen Erfahrungen" und ihrem "sicheren Urteil" profitiert. Im Außenminister sehe die Welt das Gesicht Amerikas, und in Rice werde "die Welt die Stärke, die Tugend und den Anstand unseres Landes erkennen".

Rice-Nominierung: Chance für einen Neubeginn

Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, warb dafür, der künftigen US-Außenministerin einen Vertrauensvorschuss entgegenzubringen. "Statt sich darüber zu erschrecken, dass Bush Umbesetzungen vornimmt, sollten wir den Neuanfang nutzen", sagte der SPD-Politiker in der heutigen Ausgabe der "Berliner Zeitung". Rice sei eine Freundin Deutschlands. "Sie ist eine intellektuelle, konservativ geprägte Politikerin mit hervorragenden Kenntnissen über Deutschland, Europa und Russland. Ihre Ernennung ist eine große Chance, weil sie so viel von den transatlantischen Beziehungen versteht", sagte Voigt weiter.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth Grünen wertete die Nominierung von Rice als Chance für einen Neubeginn in der amerikanischen Außenpolitik. "Die Aufgaben, die auf Condoleezza Rice zukommen, sind gewaltig", sagte Roth derselben Zeitung. Es gehe darum, die USA wieder in die internationale Staatengemeinschaft und in eine multilaterale Politik zurückzuführen.

Rice zählt seit langem zu den engsten Mitarbeitern Bushs

Powell hatte am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Der Minister, der als gemäßigter Politiker in der Bush-Regierung galt, bleibt vermutlich bis Januar im Amt. Zuvor muss der Senat noch der Ernennung von Rice zustimmen, was aber angesichts der republikanischen Mehrheit nicht in Zweifel steht.

Rice zählt seit langem zu den engsten Mitarbeitern von Bush. Die Politikwissenschaftlerin und Konzertpianistin teilt mit dem Präsidenten dessen religiös geprägte Weltsicht und die Entschlossenheit, weltweit offensiv Terrorismus und islamischen Extremismus bekämpfen zu wollen. Sie wird die erste schwarze Außenministerin der USA. Neuer Sicherheitsberater im Weißen Haus wird der bisherige Stellvertreter von Rice, Steve Hadley.

DPA DPA

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