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Donald Trump vs. Joe Biden Moderator Chris Wallace nach TV-Duell: "Ich bin ein Profi. So etwas habe ich noch nie durchgemacht"

Sehen Sie im Video: Biden bezeichnet chaotisches TV-Duell gegen Trump als "nationale Peinlichkeit".




Nach dem ersten TV-Duell mit US-Präsident Donald Trump war der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden mit dem Zug unterwegs. Für ihn geht der Wahlkampf weiter. Biden forderte die Amerikaner auf, in großer Zahl für ihn zu stimmen, um jede Möglichkeit auszuschließen, das Trump im Falle einer Wahlniederlage im Weißen Haus bleibt. In der Debatte hatte Trump sich nicht verpflichtet das Wahlergebnis zu akzeptieren und auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl hingewiesen. Biden bezeichnete den Ablauf der Debatte als eine "nationale Peinlichkeit". "Es ging letzte Nacht nur um ihn. Er hat kein einziges Mal über euch und eure Sorgen gesprochen. Donald Trump hat sein Versprechen gebrochen. Er hatte gesagt, dass er kandidiert, um den vergessenen Amerikanern zu helfen. Sobald er gewählt wurde, hat er sie vergessen. Nach der stellenweise chaotischen ersten TV-Debatte im US-Präsidialwahlkampf haben die Veranstalter Änderungen am Ablauf angekündigt. Damit solle eine "geordnetere Diskussion der Themen" sichergestellt werden, hieß es. Das Wahlkampfteam von Präsident Donald Trump kritisierte die Pläne und warf der Kommission vor, "die Regeln mitten im Spiel" zu ändern. Biden hatte die Hoffnung geäußert, dass man in Zukunft nur das Mikrofon des Sprechenden anschalten werde. Die Debatte am Dienstagabend war von persönlichen Angriffen und Beleidigungen bestimmt. Biden und Trump treffen im Oktober noch zwei Mal aufeinander, ihre Vizen einmal. Die Wahl findet am 3. November statt. In einigen Bundesstaaten können die Bürger bereits jetzt ihre Stimme abgeben.
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Nach dem chaotischen TV-Duell zwischen Donald Trump und Herausforderer Joe Biden erklärte sich der amtierende US-Präsident zum Sieger der Debatte. Nun hat sich auch Moderator Chris Wallace zu Wort gemeldet - und bei den nächsten Duellen sollen neue Regeln gelten.

"Wir haben die Debatte gestern Abend nach jedem Maßstab mühelos gewonnen", erklärte US-Präsident Donald Trump nach der chaotischen TV-Debatte am Mittwochabend im Weißen Haus. Mit Blick auf Biden - der am 3. November für die Demokraten in die Wahl zieht - sagte Trump: "Ich denke, dass er sehr schwach war. Er sah schwach aus, er jammerte." Trump sagte, er wolle auch die nächsten zwei TV-Debatten gegen Biden bestreiten. Sollte sein Herausforderer nicht teilnehmen wollen, sei das dessen Entscheidung.

Trump sagte, er habe "ungefähr sechs" Umfragen gesehen, die ihn als Sieger bei der Debatte gesehen hätten. Es war unklar, auf welche Erhebungen er sich bezog. In manchen Twitter-Umfragen - die ohne wissenschaftliche Grundlage als unzuverlässig gelten - lag Trump zwar vorne. In Blitzumfragen der Sender CBS und CNN hielt dagegen eine Mehrheit Biden für erfolgreicher bei der Debatte als Trump.

Moderator Chris Wallace während des TV-Duells zwischen Donald Trump und Joe Biden
Moderator Chris Wallace arbeitet für den Trump-freundlichen Fernsehsender Fox News, gilt jedoch als unabhängig. Über den Verlauf des TV-Duells zeigte er sich enttäuscht.
© OLIVIER DOULIERY / AFP

Veranstalter wollen Sende-Konzept verändern

Die Debatte war von Chaos und persönlichen Angriffen dominiert worden. Vor allem Trump fiel Biden, aber auch Wallace immer wieder ins Wort. Das TV-Duell glitt daraufhin ins Chaos ab.Biden bezeichnete Trumps Auftritt am Mittwoch als "Peinlichkeit für das Land". Die Veranstalter kündigten Änderungen am Konzept der TV-Duelle an. Der Ablauf habe deutlich gemacht, "dass das Format der verbliebenen Debatten zusätzliche Struktur braucht, um eine geregeltere Diskussion über die Themen sicherzustellen", teilte die Kommission für Präsidentschaftsdebatten mit.

In den USA sahen nach Angaben des Instituts Nielsen mehr als 73 Millionen Menschen die Debatte im Fernsehen. Das waren weniger Zuschauer als 2016, als schätzungsweise 84 Millionen Menschen die erste Debatte zwischen Trump und der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton schauten. Nielsen erfasst allerdings nicht alle Online-Dienste, über die die Debatte gestreamt werden konnte.

Moderator spricht von "Verzweiflung"

Der Moderator der Debatte, Chris Wallace, zeigte sich enttäuscht über den Verlauf. Bei einem geordneteren Ablauf hätte es "ein viel nützlicherer Abend" werden können, sagte er am Mittwoch der "New York Times". Mit Blick auf Trumps Unterbrechungen fügte er hinzu, ihm sei nicht klar gewesen, "dass das die Strategie des Präsidenten sein würde, nicht nur für den Beginn der Debatte, sondern für die gesamte Debatte", sagte Wallace. Während der Debatte habe er gedacht: "Ich bin ein Profi. So etwas habe ich noch nie durchgemacht."

Wallace sagte weiter: "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so aus dem Ruder laufen würde." Auf die Frage, was er gefühlt habe, als er die Kandidaten zu weniger Unterbrechungen aufforderte, antwortete der Moderator: "Verzweiflung." Wallace kommt vom Trump-freundlichen Fernsehsender Fox News, ist aber als unabhängig respektiert.

Den Kandidaten die Mikros abdrehen?

Wallace sprach sich gegen Vorschläge aus, den Moderatoren bei den nächsten Debatten zu ermöglichen, den Kandidaten die Mikrofone abzudrehen. "Praktisch hätte der Präsident, selbst wenn sein Mikrofon abgeschaltet gewesen wäre, weiterhin unterbrechen können", sagte er. Ein solcher Schritt könne außerdem Konsequenzen haben. "Zu viele Menschen vergessen, dass diese beiden Kandidaten die Unterstützung von Dutzenden Millionen Amerikanern haben."

Die TV-Debatte am Dienstagabend in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio war die erste zwischen Trump (74) und Biden (77). Zwei weitere Debatten sind für den 15. Oktober in Miami (Florida) und am 22. Oktober in Nashville (Tennessee) geplant. Wallace riet den Moderatoren der nächsten Debatten - Steve Scully vom Sender C-Span und Kristen Welker vom Sender NBC - zu einer schnelleren Reaktion, als es bei ihm der Fall war. "Ich hatte diese Vorwarnung nicht."

Nach der Debatte ist vor der Debatte

Trump nutzte am Mittwochabend (Ortszeit) einen Wahlkampfauftritt in Duluth (Minnesota), um vor Anhängern seine Version der Debatte zu schildern und seine Angriffe auf Biden fortzusetzen. "Ich habe Joe Biden für seine 47 Jahre der Lügen, 47 Jahre des Verrats und 47 Jahre des Scheiterns zur Rechenschaft gezogen", sagte Trump zu Beginn seines Auftritts in Anspielung auf die lange politische Karriere seines Kontrahenten. "Joe Biden ist zu schwach, um dieses Land zu führen", behauptete Trump.

Biden schrieb auf Twitter: "Letzte Nacht hat untermauert, warum ich in dieses Rennen eingestiegen bin: Wir befinden uns in einem Kampf um die Seele dieser Nation - und es ist ein Kampf, den wir gewinnen müssen."

sve DPA

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