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US-Vorwahlen Warum ausgerechnet junge Wähler Donald Trump zum Wahlsieg verhelfen könnten





Die politische Revolution von Bernie Sanders wurde schon wieder aufs Eis gelegt. Nach einer kalkulierten Vereinigung des gemäßigten Flügels der Demokratischen Partei um Joe Biden ist der Ex-Vize der klare Spitzenreiter der US-Vorwahlen.


Vor einer Woche sah es wie eine Wiederholung 2016 aus: Bernie gegen das Establishment. Ein langes, umkämpftes Rennen bis zum demokratischen Parteitag. Doch offenbar funktioniert Sanders Strategie nicht so gut gegen Biden wie gegen Hillary Clinton.


Vom Anfang an setzte Sanders alles auf eine große Koalition, die es in den USA noch nie gab. Vor allem hoffte er auf junge Wähler, also Wähler unter 30, die ihn zur Nominierung der Demokratischen Partei katapultieren würden. Diese Menschen sind aber einfach nicht wählen gegangen.


Die USA ist bekannt für eine ziemlich geringe Wahlbeteiligung. Bei den Vorwahlen sinkt die Zahl aber noch weiter, und junge Wähler schneiden am schlechtesten ab.  


Sanders genießt eine unüberschaubarere Beliebtheit bei jungen Wählern. Sie unterstützen seine Pläne: staatliche Krankenversicherung, gebührenfrei Unis, höherer Mindestlohn, die Erlassung von Studienschulden. Doch Schreien bei einer Rally gilt nicht als Wahlzettel. Und trotz Begeisterung erscheint die Jugend am Wahltag einfach nicht.


Woran das liegt, ist kompliziert. Aber kurzgefasst: Das Wahlsystem in den USA kann man als junger Wähler nicht leicht durchblicken. Es gibt strukturelle Probleme: wenige Wahlstandorte, lange Schlangen, Schwierigkeiten für Studenten, die nun in einem anderen Bundesstaat wohnen aber in ihrer Heimat angemeldet sind.


Und natürlich: Das lernt man alles in der Schule nicht. Politische Bildung und bürgerschaftliche Erziehung werden mangelhaft unterrichtet.


Nun ist die Frage nicht: Würden junge demokratische Wähler, also Sanders Anhänger, für Joe Biden im November abstimmen? Sondern: Werden Sie überhaupt wählen gehen?


Für die Demokraten könnte das den Unterschied gegen Donald Trump machen.
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Bernie Sanders setzte alles daran, gerade junge Wähler zu mobilisieren. Sein Traum ist nun gescheitert. Warum das für die Demokraten gefährlich werden könnte.

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