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US-Vorwahlkampf: Kerry liegt vor Bush

Wenn heute gewählt würde, könnte sich Herausforderer John Kerry gute Chancen auf das US-Präsidentenamt ausrechnen: Einer aktuellen Umfrage zufolge liegt er knapp vor Amtsinhaber George W. Bush.

Vor der Vorwahl im US-Staat Wisconsin am (heutigen) Dienstag liegt Senator John Kerry als einziger der demokratischen Kandidaten in einer Meinungsumfrage des Senders CBS vor Präsident George W. Bush. Kerry kommt auf demnach auf 48 Prozent, Bush auf 43 Prozent. Im Vergleich mit John Edwards und Howard Dean schneidet Bush weitaus besser ab: Mit 50 zu 41 Prozent führt er gegen Edwards und sogar mit 54 zu 37 Prozent gegen Dean.

Eine Frau, der in den vergangenen Tagen im Internet eine Affäre mit Kerry nachgesagt wurde, wies diese Gerüchte unterdessen energisch zurück. Alexandra Polier erklärte am Montag in Nairobi, sie habe niemals eine Beziehung mit Senator Kerry gehabt. Die Gerüchte in der Presse entbehrten jeder Grundlage. Sie habe auch niemals für Kerry gearbeitet, auch nicht als Praktikantin. Die Journalistin hält sich derzeit in Kenia auf, wo sie die Eltern ihres Verlobten besucht. Die Spekulationen waren am Donnerstag erstmals im Internet kursiert. Kerry hatte die Gerüchte über eine außereheliche Affäre mit Polier bereits am Freitag entschieden zurückgewiesen.

Rennen um die demokratische Nominierung noch offen

Während der Debatte am Sonntagabend in Milwaukee griffen Dean und Edwards Kerry nur selten an und richteten ihre Kritik auf US-Präsident George W. Bush. Beide betonten jedoch, das Rennen um die demokratische Nominierung sei noch nicht entschieden. Dean erklärte am Montag, im Gegensatz zu Bush glaube er, dass die Gesellschaft nicht länger gespalten bleiben dürfe. Der ehemalige Gouverneur von Vermont hat bislang noch keine der 16 Vorwahlen und Parteiversammlungen gewonnen. Einige seiner Anhänger, darunter auch sein Wahlkampfleiter, forderten ihn bereits auf, aus dem Rennen auszuscheiden. Dean betonte jedoch am Sonntag, dies werde keinesfalls geschehen.

Edwards erklärte während der Debatte am Sonntag, es gebe neben der Wahl in Wisconsin noch weitere Vorwahlen. Er plane, um jede einzelne Stimme zu kämpfen.

Kerry hatte seine Rivalen am Wochenende bei Parteiversammlungen in Nevada und in der Hauptstadt Washington klar hinter sich gelassen. Er gewann 14 der bislang 16 Vorwahlen. Nach Wisconsin werden sich die Kandidaten auf den „Superdienstag“ am 2. März konzentrieren, wenn Vorwahlen in zehn US-Staaten stattfinden.

Bush lobt eigene Steuerpolitik

Bei einem Wahlkampfauftritt in Florida verwies US-Präsident Bush auf die positiven Auswirkungen seiner Steuerpolitik. Trotz einer Rezession, mehrerer Unternehmensskandale und der Terroranschläge vom 11. September sei die amerikanische Wirtschaft stark, sagte Bush am Montag vor den Mitarbeitern einer Fensterfabrik in Tampa. Einer der Gründe dafür seien die von ihm durchgesetzten Steuersenkungen, die den Bürgern mehr von ihrem Geld ließen. Angesichts von mehr als acht Millionen Arbeitslosen in den USA gilt das Thema Arbeitsmarkt als eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. Die Demokraten verweisen darauf, dass während Bushs Präsidentschaft 2,2 Millionen Arbeitsplätze im Land verloren gingen.

DPA